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wenn man sie gelesen hat, der Meinung sein kann, dass dies im tiefsten Afrika und nicht in einem der reichsten Länder, nähmlich in Deutschland, stattgefunden hat. Hier spielt Unkenntnis, Polemik und nicht Wollen eine große Rolle. Das bezieht sich besonders auf die Politiker, die Krankenkasse den Ärzten, dem medizinischen Dienst sowie den Gutachtern.
In Deutschland darf nicht sein was ist !!!
Diese Geschichte hat sich 1000.000 fach in Deutschland abgespielt, denn Amalgam und Palladium hat bzw. hatte fast jeder im Mund und mit PCP verseuchte Häuser, durch Einbau von Holzdecken und Balken, die mit Xylamon oder Sadolin gestrichen wurden, sind in den 60 zigern und bis Mitte der 80 ziger Jahre zu Tausenden eingebaut worden. Viele Menschen sind davon noch heute krank und wissen nicht warum, weil sie niemand darauf hingewiesen hat.
Vorgeschichte
1942 wurden wir von Köln aus in das Vogtland avakuiert. Kurz vor Kriegsende 1945 bin ich dort eigeschult worden und danach begannen die ersten Ernährungsprobleme, weil bei Kriegsende die Nahrungsversorgung zuammenbrach. Ich zog mit meiner Mutter, bepackt mit Bettzeug das wir aus Köln mitgenommen hatten, übers Land und versuchten, dieses Bettzeug bei den Bauern gegen Brot, Butter und Kartoffeln einzutauschen. Mal mit mehr, mal mit weniger Erfolg. Wenn die Felder abgeerntet waren, machten wir bei Katoffel-und Getreidefelder eine Nachlese um mal wieder satt zu werden. Ich bin oft mit leerem Magen ins Bett gegangen. Die Hauptmahlzeit war eine sogenannte Zodelsuppe, das Rezept dazu war 1,5ltr. Wasser, 3 mittelgroße Kartoffel, etwas Salz und Pfeffer und wenn vorhanden ein kleines Stück fetten Speck, oder man machte mit Zucker eine Süßspeise. Ein Bekannter von uns hat mit selbstgebauten Fallen Dachhasen gefangen und diese dann geschmackvoll zubereitet, daß ein Unterschied zu einem echten Hasen nicht zu schmecken war. Einmal musste ich mit einer Tasche und einem großen Kochtopf anrücken. Er hatte einen großen Hund gefangen und diesen fachgerecht zerlegt, so daß wir mehrere Malzeiten zubereiten konnten. Irgendwann im Frühjahr 1948 gab es einmal ein Fischessen, dabei habe ich mir meinen Magen dermaßen verdorben, daß ich mehrere Tage im Bett bleiben mußte. Diese Magenprobleme sind bis zum heutigen Tag geblieben und haben entsprechend immer große Probleme bereitet auf die ich später zu sprechen komme.
Im Frühjahr 1950 bin ich mit meiner Mutter < schwarz > über die Grenze von Ost nach West gegangen und wieder nach Köln zurückgekehrt. Dieses ging nur, weil mein Vater nach seiner Kriegsgefangenschaft uns so genannte Fresspakete geschickt hatte, in denen im Mehl und Zucker das Fahrgeld versteckt war. Meine Verwandten haben mich überhaupt nicht verstanden, weil ich zu sehr sächsisch gesprochen habe. Ich wurde sofort in die Schule Köln-Sülz, Redwitz Strasse beim Lehrer Wingen in die Klasse aufgenommen. In der Schule wurden ärztliche sowie zahnärztliche Untersuchungen durchgeführt, dabei wurde festgestellt, daß ich Löcher in den Zähnen hatte. Mir wurden in der Uni-Zahnklinik in Köln 3 Zähne mit Amalgam gefüllt und das Unglück nahm seinen Lauf. Es wurden nach und nach noch weitere Zähne mit Amalgam gefüllt und ich musste mich z. B. beim Sport stark anstrengen, weil ich immer Koditionsprobleme hatte. Durch die schlechte Ernährung während der Kriegszeit war mein Immunsystem sehr geschwächt.
Als ich bei der Bundeswehr eingezogen wurde, hatte ich schon 6 plombierte Zähne. Ich bekam derart viele Pickel auf der Kopfhaut, angeblich vom Helmtragen, die ich je nach Gesundheitszustand bis heute noch auf dem Kopf habe. Rauchen und Alkohol, bei der Bundeswehr üblich, waren ebenfalls tabu, weil mein Magen dieses nicht vertragen hat. Im Durchschnitt war ich jedes Jahr mindestens 2-3 mal grippekrank und bei schneller Wetteränderung war ich jedesmal erkältet und der Magen spielte dann jedesmal mit verrückt.
Unmittelbar nach meiner Hochzeit hatte ich eine Magenschleimhautent- entzündung mit der ich über 3 Monate meine liebe Last hatte. Insgesamt war ich 20 Jahre im Fernmeldebau tätig, bei der schwere körperliche Arbeit notwendig war. Schon mit 21 Jahren fingen die Rückenbeschwerden an, die sich bis heute durch mein ganzes Leben gezogen haben. Dazwischen wurden immer wieder Zähne neu plombiert und alte Füllungen ersetzt. Bei schwerer Arbeit brauchte ich oft im Gegensatz zu meinen Kollegen 1 bis 2 Tage länger, bis ich mich wieder erholt hatte.
1972 haben wir unser Haus gebaut, denn es hieß damals schon, tue etwas für deine Rente, denn auf dem Staat ist kein Verlass wie wir mittlerweile wissen. Das Haus haben wir zu 50% selbst erstellt und damit ich später keine Arbeit mit den Decken habe, wurden 120 qm Holzdecken eingezogen die ich 3x nach Vorschrift mit Sadolin gestrichen habe und wie man heute weiß PCP enthält. Die Elektroheizung wurde von mir selbst installiert, leider inklusive Asbest. In der oberen Etage wurde der Fußboden mit Nadelfilz ausgelegt und der Kleber enthielt Formaldehyd. Unmittelbar nach dem Einzug am 1.12.1972 kamen weitere Gesundheitsstörungen hinzu, der Arzt meint, das sind vegetative Störungen und bekam ein Medikament von dem ich süchtig wurde. Ich hatte große Probleme von diesem Medikament wieder herunterzukommen.
1976 wechselte ich die Arbeitsstelle und ging zu einer bekannten Firma in der Mess- und Regeltechnik aus Solingen. Meine Beschwerden häuften sich und machten sich bemerkbar in Magenschmerzen, Kreislaufstörungen, Durchfälle, Infektionen sowie Schlaf- und Sehstörungen. Befund der Ärzte: vegetative Störungen!!!
1986 wechselte ich zu einer petrochemischen Fabrik in Wesseling und wurde dem Schichtdienst für ca. 3 Jahre zugeteilt. 1987 wurden 2 Kronen aus Palladium gefertigt und eingesetzt. 1988 kamen weitere Brücken aus Palladium hinzu. Insgesamt hatte ich 7 Kronen aus Palladium im Mund. Zu den vorgenannten Beschwerden kam eine Harnwegsinfektion hinzu sowie plötzlich Heuschnupfen mit Atemnot. Es war mir nich möglich eine Schutzmaske, die eigentlich gefordert war, anzulegen. Bei stärkeren körperlichen Belastungen spielte mein Körper plötzlich >verrückt< und ich brauchte manchmal 2 Tage um mich wieder zu erholen. Ein schlimmes Erlebnis war bei einer Betriebsabstellung wegen Reparatur. Wie saßen mit 4 Personen in der Werkstatt als der Meister hereinkam und mir einen Auftrag erteilte. Alle haben verstanden, was der Meister sagte, nur ich nicht. Als der Meister nochmals in die Werkstatt kam, erteilte er mir wieder diesen Auftrag und ich habe ihn wieder nicht verstanden. Beim dritten Mal sagte er: "Jetzt kannst du sitzen bleiben". Dies war mir sehr peinlich und ich konnte den Vorgang überhaupt nicht verstehen. Es war jedes Mal ein Gefühl, als wenn die Ohren verschlossen gewesen wären. Diese Situation hat sich später noch mehrmals wiederholt und kommt auch heute noch vor.
Am 1.7.1994 hatte ich es >geschafft<.. ich konnte in den Vorruhrestand gehen mit knapp 55 Jahren. Es war die Zeit der Vorruheständler, wirtschaftlich gesehen eine Katastrophe für die Wirtschaft, die Firmen haben auf billige Weise sich ihrer Mitarbeiter entledigt. Zu Lasten der Steuerzahlen. Meiner Frau geht es auch sehr schlecht und das schon seit vielen Jahren. Insgesamt hat sie sich 7 Operationen unterziehen müssen. Unsere 3 Kinder Sabine, Britta und Thomas sind ebenso betroffen. Selbst unser Hund, den wir uns im September 1988 zugelegt haben, hatte große Gesundheits-probleme.
1995
Anfang August 1995 fuhren wir in den Urlaub nach Serfaus in Österreich. Da wir nachts gefahren sind, war der Schlaf sehr kurz und ich hatte plötzlich ein Ziehen im Hoden. Die Jeans drückte beim fahren und ich rutschte auf dem Autositz immer hin und her.
Nach einer Woche Urlaub bin ich dort zum Arzt, (Dr. Schalber) gegangen, dieser konnte aber nichts feststellen. Er gab mir den Rat, sich zu Hause gründlich von einem Urologen untersuchen zu lassen. Außer dem Ziehen hatte ich aber keine außergewöhnlichen Beschwerden. Mein erster Gedanke war: „ Du hast bestimmt Hodenkrebs“.
Zu Hause angekommen, bin ich sofort zum Urologen Dr. Pieper gegangen. Dieser hat mich sehr gründlich untersucht und eine Harnwegsinfektion festgestellt, es war die dritte innerhalb kürzester Zeit. Ich bekam ein Antibiotikum (Barazan) verschrieben. Es waren große ovale Tabletten, die ich 3x täglich 1 Stück eingenommen habe.
Schon bei der ersten Tablette drehte sich mein Magen um und mir ging es danach sehr schlecht. Der Urologe konnte es nicht verstehen und gab mir ein anderes Medikament, meinte aber, es könnte noch etwas anderes dahinter stecken. Wie wahr diese Aussage ist wird sich noch zeigen. Da ich eine Pollenallergie habe, musste ich weiterhin für die Desensibilisierung gespritzt werden.
Zu Weihnachten gab es leckeren Sauerbraten mit Kartoffelklöse, doch ich musste Haferschleim essen, weil mein Magen und der Darm mal wieder streikte. Silvester war es genau das Gleiche.
Ich frage mich, was ist nur los mit mir. !!!
1996
Das neue Jahr begann, wie das alte endete. Die Magen - und Darmprobleme nahmen immer mehr zu. Zu Karneval lag ich auch noch mit einer fiebrigen Grippe eine Woche im Bett und ich brauchte noch einige Zeit, bis ich diese Grippe überwunden hatte. Jetzt traten vermehrt die Durchfälle auf. Wenn ich außer Haus wollte, so musste ich immer sicherstellen, dass eine Toilette in der Nähe war. Dazu kamen verstärkt Magenschmerzen und ich war kaum in der Lage, meinen Tagesablauf richtig abzuwickeln. Die Schlafstörungen nahmen immer mehr zu, ich lag nachts oft 3-4 Stunden wach. Alles was ich gegessen habe, musste immer sorgfältig ausgesucht werden und ebenso das Trinken. Alkohol, egal in welcher Form, war ebenso wie Rauchen, Bohnenkaffee, schwarzer Tee, helles Mehl Zucker und vieles mehr, war absolut tabu. Ich habe innerhalb von zwei Monaten 10 kg, Gewicht verloren (von 94 kg, auf 72 kg,).
Mit all diesen Problemen ging ich zu meinem Hausarzt Dr. Schorn. Nach einigen Untersuchungen konnte er aber nichts feststellen und verschrieb mir Tabletten gegen den Durchfall. Nach einem nochmaligen Arztbesuch meinte Dr. Schorn, er hätte noch jemanden mit Durchfall seit ca. 2 Jahren und der hätte sich ganz gut darauf eingestellt!!!! Wegen den andauernden Magenschmerzen wurde eine Magenspiegelung durchgeführt, die aber ohne zwingendes Ergebnis blieb.
Mein Wesen veränderte sich zusehends zu meinem Nachteil. Ich war jetzt immer sehr gereizt und machte auch schon mal Sachen, die einfach unmöglich waren. So z.B. haben Katzen in unserem Vorgarten ihr Geschäft erledigt, was mich sehr aufgeregt hat. Zuerst habe ich Holzbretter mit Nägeln bespickt vergraben. Die zeigten aber keine Wirkung und so holte ich mir ein Weidenzaungerät. Spannte auf eingeschlagenen Holzpfählen einen Kupferdraht und setzte diesen unter Spannung. Was müssen wohl unsere Nachbarn gedacht haben? Jetzt ist er sicher durchgeknallt. Später war mir dies doch sehr peinlich. Außerdem war ich öfters so gereizt. Wenn mich jemand nur schräg angeschaut hat, wäre ich ihm am liebsten an die Kehle gegangen. Zum Glück hat sich das Später wieder gebessert.
Mein Gesundheitszustand verschlechterte sich zusehends. Die Pollenallergie machte mir sehr zu schaffen. Ich hatte nachts wieder Luftprobleme obwohl eine Desensibilisierung durchgeführt wurde. Unsere Bekannten Gregor und Biggi hatten ein Problem mit ihrer Wohnzimmerdecke, sie war beim lösen der Tapete komplett mit dem Putz heruntergefallen. Nun fragten sie mich, ob ich ihnen beim Einbau einer Holzdecke helfen könnte und ich sagte auch zu. Wie es aber soweit war, konnte ich leider nicht helfen, weil die Pollenallergie, wie vorher erwähnt, mir so zu schaffen machte und hätte in diesem Moment auch gar nicht arbeiten können.
Jetzt verstarb auch noch eine Tante meiner Frau und wir mussten zur Beerdigung nach Wissen/Altenkirchen fahren. Obwohl es mir sehr schlecht ging, hatten wir uns entschieden trotzdem zu fahren. Mir war es so schlecht, dass ich nicht mehr ruhig auf dem Stuhl sitzen konnte. Wie wir wieder zu Hause waren, war ich total fertig. Mein Körper war von Kopf bis Fuß total durcheinander. So etwas hatte ich noch nie erlebt.
Am nächsten Tag bin ich sofort zu meinem Hausarzt Dr. Schorn gegangen, der konnte weiter nichts feststellen und überwies mich jetzt zu einem Magen – Darm Spezialisten nach Kerpen-Horrem. Der stellte fest, dass ich eine Milchzuckerunverträglichkeit hatte und bekam den Rat danach zu leben. Also keine Kuhmilch-Produkte essen, aber in vielen Lebensmitteln ist
Milchzucker auf der Produktliste nicht aufgeführt. Meiner Frau ging es auch wieder schlechter. Eine Kollegin nahm sie mit zur Monika, sie ist Reiki-Lehrerin, nach Erftstadt-Liblar die als Heilerin sehr bekannt war und meiner Frau auch helfen konnte. Nach mehreren Behandlungen änderte sich auch ihr Wesen, so dass ihre Arbeitskolleginnen dies auch bemerkten. Eine Kollegin meinte sogar: „ Von dir strahlt eine richtige Energie aus und es tut mir gut, wenn ich neben dir sitze“. Zwei Tage vor unserem Urlaub bekam meine Frau einen Hexenschuss und kam nach Geschäftsschluss nicht mehr von alleine aus der Kasse. Ich bin mit ihr sofort zu Dr. Schorn gefahren und sie bekam dort eine Spritze. Die Wirkung war gleich null!!! Das war am Freitagabend.
Am Samstag waren die Rückenschmerzen noch immer da und der Urlaub war dadurch gefährdet. Am Samstagnachmittag bin ich mit meiner Frau zur Monika gefahren und sie bekam eine Reiki-Massage. Eine Reiki-Behandlung kostete 60 DM. Als sie zu mir in das Auto stieg, sagte sie zu mir: „ So, jetzt können wir in den Urlaub fahren“. Sie hatte keine Schmerzen mehr. Ich dachte zuerst, träume ich, oder was war das? Denn bisher habe ich nur geglaubt was ich höre, was ich sehe und was ich fühle. Diese Sache hatte mich neugierig gemacht.
Die Fahrt in den Urlaub ist mir nicht bekommen, weil ich unterwegs auch Rückenbeschwerden hatte und die zogen über den Ischiasnerv das ganze Bein hinunter. Ich musste dadurch öfters anhalten und Bewegungsübungen machen. Im Urlaub hatte ich wieder starke Magen und Darmprobleme. Einen Schnaps oder ein Bier zu trinken war nicht möglich, weil ich es einfach nicht vertragen habe. Einen Nachmittag habe ich einen Löffel, an dem noch ein Rest Sahne hing, abgeleckt. Anschließend habe ich eine Stunde auf der Toilette gesessen und in meinem Darm war nichts mehr enthalten. Heute wollten wir mit unserem Hauswirt Max auf die Aifenspitze (2850m hoch) klettern. Wir fuhren mit dem Pkw bis zur Alm auf 2100m Höhe. Von dort aus gingen wir mit weiteren Hausgästen in Richtung Gipfel, nach 150 Höhenmetern war bei mir Schluss. Ich konnte einfach nicht mehr weitergehen. Die Luft ging weg und die Beine waren wie Blei und meine Frau und ich entschlossen uns, wieder zur Alm zurückzugehen. Ich konnte zwei Tage nicht mehr wandern, weil ich so fertig war. Am nächsten Morgen bekam ich unter der Dusche Luftnot und bin schnellstens aus der Dusche gesprungen. Dieses ist mir noch an mehreren Tagen passiert. Ein paar Tage später wollten wir mit anderen Gästen eine Wanderung zur Hexenseehütte machen. Normalerweise geht man um 8 Uhr zur Seilbahn, weil der Weg vom Ende der Seilbahn bis zur Hütte 2-3 Stunden dauert. Die anderen Gäste waren so am trödeln, dass wir erst um 10 Uhr weg kamen. Ich wurde dadurch immer hektischer und sagte zu meiner Frau: „ Wenn wir nicht um 13 Uhr an der Hütte sind, kehre ich sofort wieder um“. Zum Glück haben wir es noch geschafft und sind mit der letzten Bahn wieder nach Hause gefahren. Ich dachte, was ist denn schon wieder mit der los und hatte das Gefühl sehr unter Druck zustehen.
Zu Hause angekommen, bin ich wieder zu meinem Hausarzt gegangen, aber der konnte mir auch nicht helfen. Ich habe jetzt meine Frau zu mehreren Behandlungen zur Monika gefahren. Einmal dauerte die Behandlung etwas länger und ich entschloss mich, meine Frau direkt bei der Monika in der Wohnung abzuholen. Männer sind in solchen Sachen immer etwas schwerfälliger. Als Monika mich sah, sagte sie spontan zu mir: „ Du hast Probleme mit dem Magen und dem Darm“. Sie wusste aber nichts davon, meine Frau hat ihr auch nichts erzählt. Sie fragte mich, ob sie mich anfassen dürfte, was ich bejahte. Sie legte eine Hand auf die Stirn und eine Hand auf den Bauch, so ca. 20 Sekunden. Gedacht habe ich dabei nichts, danach hatte ich 10 Tage!!!! man höre und staune, keinen Durchfall mehr. Bisher konnte mir kein Schulmediziner helfen und die Monika macht das in 20 sec. mit der Hand. Die Schulmedizin nennt so etwas heute Scharlatanerie!!!! Aber es kann sich jetzt jeder seine eigene Meinung darüber bilden.
So etwas ist mir noch nie passiert und diese Geschichte gab mir zu denken. Aus diesem Grund schenkte ich meiner Frau zum Geburtstag ein Seminar bei Monika namens „ El-Muria 1“ das 2 Tage dauerte und 240,- DM kostete. Meine Frau war anschließend 2 Tage krank und brauchte Hilfe von Monika. Es war die so genannte Erstverschlimmerung und das nur, weil sie kranker war als wir angenommen hatten.
So bald die ersten kalten Nächte kommen, habe ich Probleme mit den Bronchien und war gleich erkältet. Die Schmerzen zogen vom Nacken über die Kopfhaut bis zu Stirn. Dies hielt dann 4-5 Wochen an. Das Joggen viel auch immer schwerer, ich brauchte danach immer 2-3 Stunden um mich zu erholen. Obwohl ich schon vor meiner Pensionierung mit dem Joggen angefangen hatte. Die Schlaflosigkeit bestand meistens darin, dass ich schlecht einschlafen konnte oder der Magen sich bemerkbar machte oder der Rücken. Es kam aber auch vor, dass es überall am Körper zu jucken begann und dies erst aufhörte, wenn ich die jeweilige Stelle kurz gekratzt habe. Natürlich war ich morgens dann wie gerädert und noch vor dem Aufstehen am gähnen.
Das Jahr endete genauso wie das vorherige und es gab in diesem Jahr genau 3 Tage an denen es mir einigermaßen gut ging. Insgesamt gesehen war dieses Jahr gesundheitlich das schlechteste überhaupt. Die Kosten hielten sich im Jahr 1996 noch im Rahmen, weil die Arztkosten bis jetzt von der Krankenkasse alle übernommen wurden, welches sich in den folgenden Jahren dann drastisch änderte.
1997
Die Beschwerden änderten sich im neuen Jahr nicht. Anfang Januar ging ich mit meiner Frau zu dem besagten Info-Abend bei Monika. Es waren 12 Personen anwesend und ich war der einzige Mann.
Monika stellte das Info-Programm vor, welches sehr interessant war. Anschließend bat mich Monika auf der Behandlungsliege platz zu nehmen. Sie ging mit der Hand in einem Abstand von ca. 10 cm über meinen ganzen Körper hinweg und in der Höhe des Magens stoppte sie plötzlich und bat eine mir noch unbekannte Frau zu sich. Beide gingen jetzt mit der Hand über meinen Körper und stoppten gleichzeitig bei meinem Magen.
Monika sagte zu mir: „ Du hast eine Amalgam- und Palladiumvergiftung“, Was die eine Frau bestätigte. Sie war genau wie Monika Reiki-Meisterin. Wenn ich nicht gelegen hätte, ich wäre sonst fast vor Schreck von der Liege gefallen. Nun fragte ich mich, was hat die Schulmedizin bis jetzt gemacht??? Nichts!!! Jetzt beginnt erst das richtige Chaos, wie eingangs beschrieben: „ Es darf in Deutschland nicht sein was ist“.
Monika riet mir, sofort zu einem Arzt zu gehen und sollte mich auf Amalgam und Palladium testen lassen. Ich machte einen Termin bei meinem Arzt, Dr. Schorn und sagte, dass ich die Vermutung habe, dass ich eine Amalgam und Palladiumvergiftung hätte und er möge doch eine Blutuntersuchung machen. Er wirkte bei der ganzen Sache ziemlich hilflos. Er machte die besagte Blutuntersuchung, diese war aber ohne Erfolg. Man kann in den normalen Blutuntersuchungen nämlich keine Metallvergiftungen feststellen, sondern nur im Urin. Dazu ist eine ganz spezielle Untersuchung notwendig. Dieses war aber meinem Arzt nicht bekannt, oder er wollte aus bestimmten Gründen nicht, wie sich später herausstellte.
Durch Zufall erfuhr ich von einem Arbeitskollegen, dass sein Nachbar mit seinem Kind auch diese Probleme hatte. Von diesem Nachbar habe ich die Adresse von einem Dr. Keils in Kirchheim erfahren. Es gab sonst keine Möglichkeit an einen Arzt zu kommen, der einem bei diesen Problemen (Amalgam und Palladium) helfen könnte. Ich machte sofort einen Termin und Herr Dr. Keils begann zuerst mit einen Vortrag über Amalgam. Wie es sich zusammensetzt, welche Beschwerden auftreten, wie er vorgeht und das man einem großen Teil selber zahlen muss.
Zuerst musste ich eine Urinprobe abgeben, um später einen Vergleich zu haben. Anschließend gab Herr Dr. Keils mir eine DMPS Injektion in den rechten Arm, die zehn Minuten dauern musste. ( DMPS haben die Russen erfunden wegen der Tchernobyl Katastrophe von 1986 um den armen Menschen, die man einfach in den Reaktor jagte, die Schwermetalle aus dem Körper zu spülen. DMPS – Dimercaptopropansulfonatsäure, hat starke Nebenwirkungen.
DMSA – Dimercaptobernsteinsäure, hat weniger starke Nebenwirkungen. Zu empfehlen ist das Buch von Jutta Altmann-Brewe mit dem Titel: „ Zeitbombe Amalgam“, ISBN 3-431-03342-3.) Nach 20 Minuten musste ich wieder eine Urinprobe abgeben, die jetzt leicht rötlich-gelb gefärbt war. Beide Proben wurden in das Spezial-Labor von Dr. Schiwara nach Bremen zur Analyse geschickt. Man kann erst seit ca. 15 Jahren Analysen im Micro-Bereich ausführen und dieses Labor war z. Zt. das bekannteste in diesem Bereich
Zwischenzeitlich machte ich mit meiner Frau zusammen das Wochenend - Seminar
„ Hausapotheke“ bei Monika mit. Es war ein gutes Seminar. Wir haben viel gelernt und sind auf bestimmte Mantras eingeweiht worden. Das heißt, wir konnten uns jetzt bei einigen Wehwehchen selber helfen. Bei diesem Seminar lernten wir Gerda kennen. Auch sie hatte unwahrscheinliche Fähigkeiten und ist ebenfalls Reiki-Meister-Lehrerin. Sie nahm uns nach dem Seminar mit nach Hause und dort lernten wir auch ihren Mann, Tobi kennen. Auch er ist ebenfalls Reiki-Meister-Lehrer und leitet selbst Reiki-Kurse.
Meine Hände waren an diesem Abend so heiß, ich hätte sie am liebsten mit Wasser gekühlt. Gerda meinte, dass Seminar hätte bei mir voll angeschlagen. Wir haben noch drei weitere Seminare nämlich Engel 1 und 2 sowie El-Muria 1 bei Monika besucht.
Jetzt bekam ich Bescheid vom Labor Dr. Schiwara, dass die Ergebnisse jetzt bei Dr. Keils vorliegen. Die Ergebnisse nach der DMPS-Gabe: Kupfer 913 µg (50-500), Zink 485µg (740-2000), Quecksilber 41,5 µg (0-4). Die Werte in Klammern sind „Normalwerte“.
Um noch mal zu verdeutlichen, was der Bürger vom Zahnarzt in die Zähne gefüllt bekommt:
Die gamma-2-haltigen Amalgame bestehen aus:
mind. 65% Silber (giftig)
max. 29% Zinn (hochgiftig)
max. 6% Kupfer (giftig)
max. 2% Zink
max. 3% Quecksilber (giftig)
Legierungspulver = 50% + gleicher Anteil flüssiges Quecksilber (giftig) = 50%
= 100% gamma-2-haltiges Amalgam.
Die gamma-2-freien Amalgame bestehen aus:
mind. 40% Silber (giftig)
max. 32% Zinn (hochgiftig)
max. 30% Kupfer (giftig)
max. 2% Zink
max. 3% Quecksilber (giftig)
Legierungspulver = 50% + gleicher Anteil flüssiges Quecksilber (giftig) = 50%
= 100% gamma-2-freies Amalgam.
Symptome der Amalgamvergiftung nach Dr. J. Thomsen (1986)
Allgemeine Symptome
Zittern, Schlaflosigkeit, Appetitlosigkeit, rasche Ermüdung, allgemeine Mattigkeit,
herabgesetztes Reaktionsvermögen.
Nervensystem
Nervenerkrankungen an Gehirnnerven, Zentral-Nervensystem und Vegetativem Nervensystem, Konzentrationsschwäche, Gedächtnisschwund, verminderte Aufnahmefähigkeit, Erithismus mercuralis (= krankhafter Reiz- oder Erregungzustand)
Psychische Symptome
Missmut, Gereiztheit, Unruhe, Depression, Suizidgedanken.
Therapieresistenz bei
Erkältungskrankheiten, Angina tonsillaris ( = Rachenmandelentzündung), Schnupfen, Nebenhöhlenentzündung.
Kopf
Kopfschmerzen, Migräne, Gesichtsneuralgie, Zungenbrennen, Trockenheit im Mund, Aphithen ( weißliche mit rötlichem Rand auftretende Defekte der Mundschleimhaut), Zahneindrücke an den Zungenrändern, Metallgeschmack im Mund, Nacken-Kopfschmerzen, Schwindel.
Augen
unklare Sehstörungen, Iritis, Ödeme an den Augen, Flimmern.
Ohren
Ohrgeräusche
Lunge
Bronchialasthma
Herz-Herzrhythmusstörungen
Magen – Darm
Magen-Darm-Entzündung, Erbrechen, Durchfall, Stuhlzwang, Colitis ulcerosa (Dickdarmentzündung).
Blase
Harnzwang, Blasenentzündung, entzündliche Reizung der Blasenmuskulatur.
Haut
Haarausfall, Hautjucken, Hautausschläge, lokalisierte Erytheme (Schmetterlingsmuster).
Gelenke
Gelenkschmerzen, rheumatische Störungen.
Palladiumverbindungen, silbrig glänzend, auch Spargold genannt.
Palladium-Silber-Legierungen, die ungefähr 50% Palladium, 20% Silber, bis zu 2,5% Gallium, andere Metalle und ca. 3% Gold enthalten.
Palladium-Kupfer-Legierungen. Diese enthalten mindestens 70% Palladium, 5-15% Kupfer, bis zu 10% Gallium, 1-3% Gold.
Die Beschwerden von Palladium sind ähnlich die vom Quecksilber. Dieses kann man in dem Buch von Jutta Altmann-Brewe „Zeitbombe Amalgam“ nachlesen. ISBN 3-431-03342-3.
Dieses sind nur einige Probleme, davon habe ich ca. 80% bei mir festgestellt. Keiner der bis dahin behandelten Ärzte hat eines dieser Probleme auf eine Amalgamvergiftung zurückgeführt. Wenn man bedenkt, dass in der europäischen Trinkwasserverordnung steht, das nur 1µg Quecksilber in einem qbm Trinkwasser sein darf!!!!!
Beim nächsten Besuch bei Herrn Dr. Keils wurden noch einige Untersuchungen durchgeführt, wie z.B. Kirlianfotografie, Strommessung an den Zähnen usw. Es wurden noch einige homöopathische Heilmittel zum Ausleiten verschrieben. Außerdem müssen die Zähne komplett saniert werden. Ich bekam einige Adressen von Zahnärzten, die angeblich kein Amalgam mehr verwenden.
Ich suchte mir Dr. Bartels aus und dieser fing gleich damit an, meine zwei mit Amalgam plombierten Zähne nach Vorschrift mit Kofferdam auszubohren und mit Zahnzement zu füllen. Er stellte auch einen Kieferschiefstand fest, den er zuerst beheben wollte. Nach der fünften Behandlung bekam ich endlich den von mir schon mehrmals geforderten Kostenvoranschlag. Zu Hause angekommen, öffnete ich den Umschlag und musste mich erst einmal hinsetzen als ich die Summe gelesen hatte, sie belief sich auf rund 10.000,-- DM. Was die Krankenkasse davon übernimmt war nicht feststellbar. Angeblich sollten ja die angegebenen Zahnärzte kein Amalgam mehr verarbeiten. Bei einem Testanruf stellte sich aber heraus, dass mein ausgewählter Zahnarzt weiterhin Amalgam verarbeitet. Ich brach daraufhin meine Behandlung ab und ging zu meinen alten Zahnarzt, Dr. Steffens, zurück.
Herr Dr. Keils hat jetzt alle Zahnmaterialien die für mich in Frage kommen per Kinesiologie ausgetestet. Darunter befindet sich auch eine Bio-Goldlegierung, die auch zur Anwendung gekommen ist. Ferner wurde ein Panorama-Foto erstellt und an Frau Ellen Carl geschickt, sie ist eine Mitarbeiterin von Herrn Dr. Daunderer, dem so genannten Amalgampapst aus München. Frau Carl wertet das Panorama-Foto aus und beschreibt, welche Zähne gezogen oder saniert werden können, weil die meisten Zahnärzte das Panorama-Foto nicht lesen können.
Mein Zahnarzt reichte der Krankenkasse BKK-RWE den Heil- und Kostenplan zur Genehmigung ein. Bei einem persönlichen Gespräch meinte mein Sachbearbeiter, dass Herr Dr. Keils nur zum Teil eine Kassenzulassung besitzt. Das hieß mit anderen Worten, dass die Kasse nicht gerne mit Dr. Keils zusammenarbeitet. Sicher deswegen, weil er kranken Menschen geholfen hat. Bei der Ärzteschaft nennen sie solche hilfsbereiten Ärzte dann Nestbeschmutzer.
Durch Mundpropaganda bin ich auf Frau Dr. Faulenbach gestoßen. Sie erkannte auch sofort mein Problem und verordnete mir gleich eine Bioresonanztherapie und einige homöopathische Heilmittel zum Ausleiten, denn ich vertrug keine chemischen Produkte. Da Frau Dr. Faulenbach mit einem Pendel arbeitete, konnte Sie immer sofort feststellen, was ich nicht vertragen habe. Die Trefferquote lag bei mir bei 90%.
Plötzlich viel mir meine Frau ein, die ebenfalls seit vielen Jahren große Gesundheitsprobleme,
die meinen Beschwerden ähnlich sind, hat und sagte zu ihr: „ Du hast das Gleiche wie ich.“
Das Ergebnis nach DMPS-Test und Auswertung war: Kupfer 1038 µg (50-500), Zink 6822µg (740-2000), Quecksilber 36,1µg (0-4). Ich musste mich wieder fragen: „ Was hat die Schulmedizin in all den Jahren gemacht.“?? Ich selber bin letztendlich darauf gekommen warum es meiner Frau gesundheitlich so schlecht ging. Das ist für die Herren in Weiß wahrlich kein Ruhmesblatt.
Im April 1997 hat meine Tochter Sabine und Schwiegersohn angefangen ihr Haus zu bauen.
Als Handwerker (Elektriker) war meine Hilfe natürlich gefragt, leider war es mir nur möglich, halbe Tage zu arbeiten, weil meine Kraft für einen ganzen Tag nicht ausreichte. Ich bin dann ab April fast jeden Tag zum Bau gefahren, weil der Rohbau in Eigenregie von der Familie erstellt wurde. Im Urlaub habe ich mir durch das Wandern eine Nagelbettentzündung am rechten Zeh zugezogen. Zu Hause angekommen musste der Nagel seitlich entfernt werden, was nach Aussage einiger Betroffenen sehr wehtun kann. Aber Dank „ Reiki“ haben einige Hände dafür gesorgt, das kein Schmerz zu spüren war. Leider war ich durch diese Sache zwei Wochen außer Gefecht und konnte am Bau nicht helfen.
Zwischenzeitlich haben meine Frau und ich begonnen, bei Monika eine Entgiftungskur durchzuführen. Es waren 16 Sitzungen angesagt. Diese Entgiftungen wurde mit einer Ametystdruse und Bergkristallspitzen durchgeführt. Die Druse stand unmittelbar hinter dem Kopf und der Bergkristall lag dazwischen und zeigte mit den Spitzen zum Kopf. Nach einer kurzen Zeit spürte ich einen leichten Zug in Richtung Bergkristall.
Zwischenzeitlich musste ich auch noch weiter zu meiner Hautärztin Frau Dr. Herz gehen um einen Epikutan-Test durchzuführen. Frau Dr. Herz meinte schon im Voraus, dass nur 3% der Menschen eine Amalgamvergiftung hätten. Dabei wird der Rücken mit einem Spezialpflaster ganz beklebt und nach drei Tagen wird das Ergebnis nach entfernen des Pflasters auf dem Rücken abgelesen. Die Ärztin meinte, es sei keine Amalgamvergiftung festzustellen und Einwände, dass ich Laborergebnisse hätte, ließ sie nicht gelten. Ich erzählte ihr vom Erfolg mit Reiki und sie meinte geringschätzig: „ Sagen Sie nur noch, Reiki könnte Krebs heilen“!! Das war das erste Mal, das ich feststellen musste, dass in unserem Gesundheitssystem etwas nicht stimmt.
Ich habe daraufhin Frau Dr. Herz einen „bösen“ Brief geschrieben und sie gebeten mich aus Ihrer Patientendatei zu streichen.
Ich habe immer noch Magen und Darmbeschwerden, besonders nach dem Essen. Wenn wir Kegeln gehen, wurde meistens erst gegen 20Uhr gegessen. Dieses Essen lag mir so schwer im Magen, dass ich nachts nicht schlafen konnte. Bei den Getränken ist es ebenso, Alkohol vertrage ich nicht, ebenso das Sprudelwasser. So ist das auch, wenn wir auf Festlichkeiten eingeladen waren, am anderen Morgen waren wir total kaputt. Wir gingen deshalb nur noch ganz selten aus und zogen uns immer mehr zurück.
Da ich in der letzten Zeit öfters Druck in der Brust verspürte, ging ich zu Herrn Dr. Schorn und trug ihm meine Beschwerden vor. Er meinte, ob ich in letzter Zeit mal Schnee geschaufelt habe und mich dabei übernommen hätte!!!!
Mittlerweile hat mein Zahnarzt angefangen die Palladiumbrücken zu entfernen. Dabei stieß er auf eine Brückenkrone unter der sich eine Füllung aus Amalgam befand. Der Zahn war bis zur Wurzel tief schwarz gefärbt und musste Stück für Stück herausoperiert werden. Die Wunde wurde mit 5 Stichen genäht. Diese Brückenkrone wurde 1987 vom ZA Dr. Anwander gefertigt. Außerdem musste mein ZA die beiden Backenzähne nochmals ausbohren, weil noch immer Amalgam sichtbar vorhanden war, weil ZA Dr. Behrens diese Arbeit nicht korrekt ausgeführt hat.
Der Heil und Kostenplan in Höhe von 4443,55 DM hat die Krankenkasse genehmigt, wobei die Goldkronen nicht berücksichtigt wurden. Der ZA sollte ein anderes Material, z.B. Titan verwenden, obwohl es laut Allergietest für mich nicht in Frage kam. Aus diesem Grunde sah ich mich gezwungen, meine Krankenkasse zu verklagen. Mein Sachbearbeiter sagte mir, dass ich den Prozess nicht gewinnen werde. Um an den nötigen Allergiepass gegen Amalgamunverträglichkeit zu kommen, wurden mir die Ärzte Dr. Anders und Schmitz empfohlen. Dort wurde wieder ein Epikutan-Test durchgeführt. Die Ärztin meinte dass ich noch Glück habe, weil ab nächsten Monat an einer bestimmten Stelle auf dem Rücken das Pflaster nicht mehr geklebt werden darf. Das war aber genau die Stelle, an der man am besten den Nachweis einer Vergiftung feststellen konnte! Ein Schelm wer böses denkt: „Das Ergebnis war, dass ich einen Pass wegen Amalgamunverträglichkeit ausgestellt bekam. Bei meiner Frau hat der Test dann nicht mehr funktioniert, eben wegen dieser Willkürlichen Änderung“.
Am Bau meiner Tochter ging es zügig weiter. Es wurde gemauert, verputzt, isoliert, Deckenrohre verlegt und gegossene Decken wieder ausgeschalt. Bei diesem Ausschalen habe ich mir an beiden Armen, die vorher schon angegriffen waren, die Ellebögen überlastet mit der Folge, dass ich einen Tennisarm sowie einen Golfarm hatte. Die Auswirkung war, dass ich ein Glas Wasser nicht mehr festhalten konnte. Nachts schlief mir der Arm dann ein und war ganz taub und schweres Tragen war im Moment nicht möglich. Ziel aber war es, den Rohbau bis zum Winter fertig zu stellen, was auch gelang. Bei der letzten Decke mussten wieder die Leerrohre verlegt werden, aber ich lag mit fiebriger Erkältung im Bett. Da niemand das Rohr verlegen konnte, bin ich trotzdem zum Bau gefahren und habe das Rohr verlegt. An dieser Erkältung habe ich 3 Monate laboriert.
Nach und nach wurden meine Zähne in Ordnung gebracht, zuerst der Oberkiefer danach der Unterkiefer. Die Goldkronen wurden im sichtbaren Bereich mit Keramik überzogen. Auf dem Panoramafoto war von Frau Carl ein Zahn zum Ziehen angekreuzt, aber mein ZA meinte, der müsste nicht gezogen werden, weil er nach seiner Meinung noch in Ordnung sei und ich willigte ein. Genau ein halbes Jahr später bekam ich mit diesem Zahn Probleme und dieser musste letztendlich dann doch gezogen werden und die Kosten waren für diesen Zahn umsonst ausgegeben worden.
Die Schlafstörungen wurden immer schlimmer. Ich konnte letztendlich nur noch auf dem Rücken schlafen. Wenn ich auf der rechten sowie der linken Seite lag, bekam ich Magenschmerzen. Ferner entwickelte mein Körper in der Nacht eine große Wärme, es war aber kein Schwitzen, sondern wie in einem Backofen. Sehr wahrscheinlich wurde nachts zuviel Energie verbrannt, die mir tagsüber dann fehlte. Meine erste Handlung am Morgen war ein kräftiges Gähnen, das noch bis heute anhält. Von einem gesunden Schlaf konnte darum keine Rede sein, ich fühlte mich immer wie zerschlagen. Weiterhin müssen wir immer noch auf essen und trinken achten. Ein Austritt aus dem Kegelklub wird schon in Erwägung gezogen.
Wie schon erwähnt, hatten wir es geschafft, den Rohbau fertig zustellen und es wurde mit der Elektroinstallation begonnen. Das heißt zunächst Schlitze stemmen. Mein Sohn Thomas hat viel beim Hausbau geholfen, so wie es die Zeit zugelassen hat. Die nächste freudige Überraschung war da: Meine Tochter Britta und Schwiegersohn wollen im Januar anfangen, ihr Haus in Brühl zu bauen.
Meine Beschwerden hielten auch in diesem Jahr unvermindert an, es war genau wie im Vorjahr, dass es mir wieder nur an drei Tagen gut ging. Die Eigenkosten, nur für die Gesundheit, betrugen in diesem Jahr rund 10.000,-- DM.
Meine Beschwerden :
Je nach Zustand Pickel auf dem Kopf, Augenstörung ähnlich dem Testbild im Fernsehen, pfeifen im Ohr (Tinitus), Probleme im Kurzzeitgedächtnis. Immer Beschwerden mit den Bronchien, Nackenbeschwerden, Starke Magen und Darmprobleme (Durchfall) z. Teil seit der Kindheit. Am rechten Oberbauch heller Hautfleck. Immer Rückenschmerzen, zieht bis ins linke Bein und zur Fußsohle mit gelegentlichem Krampf. Rechtes und linkes Schultergelenk (Arthrose), Armbeugen beidseitig Tennis- und Golfarm. Totenfinger, sehr kälteempfindlich ( ab ca. 7 Grad). Brüchige Fingernägel, rechtes Kniegelenk Arthrose, schnell Krämpfe in den Waden. Fitness ist sehr schlecht. Reflux im Magen und Milchzuckerunverträglichkeit. Pollenallergie mit Atemnot. Je nach Zustand Juckreiz mit Rötungen unter den Armen. Trockene Augen, manchmal mit Blitze. Noch nicht ganz mit Amalgam und Palladium entgiftet. Juckreiz im Gesicht, wenn ich im Bett liege. Es kommt öfters vor, wenn ich auf der rechten oder linken Seite liege, dass ich dann Magenschmerzen bekomme. Wenn ich auf dem Rücken liege und die Blase ist voll, bekomme ich öfters Rückenschmerzen. Starke Warzenbildung am Oberkörper.
1998
Ich hatte schon im Vorjahr eine Selbsthilfegruppe für Amalgamgeschädigte ausfindig gemacht. Ich bin sofort Anfang Januar zu dieser Selbsthilfegruppe gegangen um mir weitere Informationen einzuholen. Diese Gruppe wird von Herrn Vogel geleitet und nennt sich pikanterweise Zahn 4.6 und habe mir bis heute viele wichtige Tipps geholt. Herr Vogel hatte 8 Zähne mit Amalgam gefüllt und der 4.6 war der Auslöser für seine schwere Erkrankung.
Auch das neue Jahr brachte keine Änderung meiner (unserer) Gesundheit. Im Hause meiner Tochter Sabine wurde die Elektroinstallation weiter ausgeführt, wobei mein Sohn Thomas viel mitgeholfen hat. Im Februar hatte ich mal wieder die Grippe und musste wieder zwei Wochen das Bett hüten. Mittlerweile wurde das Haus von innen verputzt und die Elektro- installation fertig gestellt. Ich konnte wegen meiner angegriffenen Gesundheit immer nur halbe Tage arbeiten.
Zwischendurch wurde das Haus meiner Tochter Britta ausgeschachtet, dabei mussten die Fundamente des Nachbarhauses (Schwiegereltern) meterweise untermauert werden, damit das alte Haus seine Festigkeit behält.
Da ich mich jetzt schon eine ganze Zeit mit Reiki-Anwendungen entgiftet habe, wollte ich jetzt wissen, wie viel Quecksilber noch im Körper ist. Ich habe dazu meinen Arzt Dr. Schorn aufgesucht und ihn gebeten, mir eine DMPS-Spritze zu verschreiben. Um sicher zu gehen, hatte ich vorher meine Krankenkasse, die BKK-RWE, angerufen und mir bestätigen lassen, dass die Spritze, wenn der Arzt sie aufschreibt, von der Kasse bezahlt wird.
Mein Arzt sagte dazu wörtlich: „ Wenn ich Ihnen die Spritze aufschreibe, dann trete ich was los“. Dieser Satz sagt wohl alles. Das zeigt, dass die KV eine Maffiaorganisation ist. Herr Dr. Schorn hat mir die DMPS-Spritze auf ein Privatrezept verschrieben und diese dann nach Vorschrift gesetzt. Die anschließende Urinprobe habe ich an das Labor Schiwara geschickt.
Drei Tage nach dem setzen der DMPS-Spritze bekam ich eine heftige Harnwegsinfektion, sodass ich wieder 2 Wochen im Bett liegen musste. Direkt danach kam das Ergebnis von Schiwara:
Palladium: 0,6 qg / Quecksilber. 13,3 qg. Das zeigt, dass das Entgiften mit Reiki und den Bergkristallen etwas gebracht hat.
Da meine Tochter Britta den Rohbau von einer Firma hat erstellen lassen, musste ich zwischenzeitlich vor dem gießen der Betondecken die Leerrohre für die Elektroinstallation verlegen.
Bis jetzt habe ich noch jeden Morgen mit meiner Frau gejoggt und ich merkte, wie mir die Kraft immer mehr zurückging und musste schließlich mit dem joggen ganz aufhören.
Jetzt wurde im Haus meiner Tochter Sabine der Fließestrich verlegt und ich begann mit der Fliesenverlegung in der Küche an den Wänden. Da der Estrich auf bis zu 40 Grad erwärmt werden musste, wurde es beim Arbeiten doch sehr warm. Nachdem der Estrich abgebunden hatte, habe ich in der Küche und im Wohnzimmer die Böden diagonal und im Wohnzimmer zusätzlich mit einer Bordüre versehen. Ich musste mich beeilen, weil ich nach unserem Urlaub zur Tochter Britta in den Rohbau musste. Zwischendurch streikten immer wieder der Magen und der Darm und mir ging es gar nicht gut und ich war froh, dass sich langsam der Urlaub näherte. Jetzt wurde noch die letzte Zahnsanierung durchgeführt und die Krankenkasse wollte die Kosten trotz Allergiepass nicht übernehmen. Also musste ich, nach Rücksprache mit meinem Rechtsanwalt, Herrn Mehrgardt, die Krankenkasse BKK-RWE erneut verklagen.
Endlich konnten wir in den Urlaub fahren und wieder auf Wanderschaft gehen. Ich habe im Urlaub immer gerne Haxe mit Kraut und Knödel gegessen. So auch diesmal. Gegen ein Uhr nachts wurde ich wach und hatte das Gefühl, es hält mir jemand den Hals zu. Ich bin aus dem Bett gesprungen und eine Stunde in der Wohnung auf und ab gegangen, weil ich das Gefühl hatte, gleich falle ich um. Nach der Stunde war ich so kaputt das ich auf der Bettkante eingeschlafen bin. Meine Frau dachte ich hätte einen Herzinfarkt bekommen. Am anderen Morgen ging es mir etwas besser und stieg unter die Dusche. Als das Wasser über meinem Kopf lief, bekam ich Atemnot und bin wie der Blitz aus der Dusche gerannt. Dieses hat sich noch mehrmals, auch zu Hause, ereignet. Wie wir wieder zu Hause waren, bin ich zur Frau Dr. Faulenbach gegangen und habe ihr von der Haxe erzählt. Sie meinte, während sie pendelte, das liegt am Sauerkraut, weil die Leber die Säure in Milchsäure umwandelt und dies habe ich nicht vertragen.
Nach dem Urlaub ging es gleich in den Rohbau meiner Tochter Britta und es wurde mit der Elektro-Installation begonnen und danach wurde gleich der Innenputz angebracht. Rosi, die Schwiegermutter von meiner Tochter Britta, machte nachmittags immer Kaffee und Kuchen. Das schmeckte zwar gut, aber bekommen ist mir das leider nicht. Wir sind mittlerweile jede Woche 3-4-mal zum Arzt gegangen weil einfach keine Besserung eingetreten ist. So etwas nennt man Arzthopping.
Im Bau meiner Tochter ging es zügig weiter. Die Elektro-Installation wurde fertig gestellt und abgenommen, eine Fernsehschüssel auf das Dach montiert sowie Fliesen im Wohnzimmer (diagonal), Küche und Diele verlegt, weil der Umzug ins neue Haus anstand. Auch bei meiner Tochter Britta konnte ich nur halbe Tage arbeiten, weil die Gesundheit einfach nicht mitspielte. Ich bekam jetzt noch Beschwerden an der Hüfte, so dass ich auch nicht mehr joggen konnte.
Auch in diesem Jahr habe ich es nicht geschafft, im Urlaub den Hausberg ( Furgler, 3004m ) zu besteigen. Auch größere Wanderungen waren nicht möglich. Anfang September habe ich mit meiner Familie, den Verwandten und dem Kegelclub ( seit 32 Jahren Mitglied ) meinen 60` Geburtstag nachgefeiert. Bei dieser Feier hat unser Sohn seine Freundin Kerstin und Tochter Andrea ( 5 Jahre ) vorgestellt.
Am 16.09.98 führte ich ein Gespräch mit unserem Rechtsanwalt, Herrn Mehrgardt, dabei ging es um das weitere Vorgehen gegen die Krankenkasse BKK-RWE wegen der Erstattung von Zahnersatz. Herr Mehrgardt fragte mich, wie es uns geht und die Antwort von mir war, dass es uns trotz Zahnsanierung und Entgiften immer noch nicht gut geht. Er fragte mich plötzlich: „ Wie viel Holzdecken haben Sie in Ihrem Haus“? Wenn ich nicht gesessen hätte, ich wäre sonst vor Schreck umgefallen. Wir haben insgesamt 120 qm Holzdecken eingebaut und alles, nach damaliger Vorschrift, 3x mit Sadolin gestrichen. Jetzt wusste ich, warum sich unser Gesundheitszustand nicht bessern wollte.
Zuerst hatten wir noch einen Termin bei Herrn Dr. Hörr in Plochingen um eine PET durchführen zu lassen. Unsere Frau Dr. Faulenbach hatte uns je eine Überweisung für die Untersuchung ausgestellt, die pro Person 3000 DM gekostet hat bei 300 DM Selbstbeteiligung. Für diese Überweisung hat Frau Dr. Faulenbach großen Ärger mit dem MdK bekommen auf den ich noch gesondert zu sprechen komme. Bei der Untersuchung wird ein Kontrastmittel, in diesem Fall radioaktiv gespritzt, dass das Gehirn auf seine Funktion hin untersucht.
Am 16.10.98 um 11 Uhr hatten wir einen Termin bei Herrn Dr. Hörr in Plochingen. Wir mussten nüchtern zur Untersuchung erscheinen und die Uhrzeit genau einhalten, weil die radioaktive Flüssigkeit nur für wenige Stunden ihre Wirkung behält. Also sind wir morgens um 6.30 Uhr nüchtern nach Stuttgart-Plochingen gefahren (340km). Nach einem Gespräch mit Herrn Dr. Hörr setzte dieser mir und anschließend meiner Frau eine Injektion mit der radioaktiven Flüssigkeit. Jetzt musste man ca. 20 Minuten warten, bis sich diese Flüssigkeit im Körper verteilt hatte. Danach ging es in den Positionen-Elektronen-Tomographen, ca. 20 Minuten, bei dem nur der Kopf untersucht wird. Anschließend fand ein Abschlussgespräch statt und man konnte sofort auf den Farbfotos genau erkennen, wo der Ausfall im Gehirn liegt. 30% Ausfall im Kurzzeitgedächtnis an der Stirnseite war das Resultat und bei meiner Frau war das gleiche Ergebnis, nur eben an der Kopfseite rechts und links.
Mittlerweile war es 13 Uhr und der Hunger meldete sich und zum Glück war im gleichen Gebäude ein chinesisches Restaurant, bei dem wir noch essen konnten. Auf Rat von Herrn Dr. Hörr besuchten wir den, von dem Künstler Hundertwasser gestalteten Innenhof in einem großen Gebäudekomplex in der Nähe vom Bahnhof. Anschließend ging es zu Urlaubsbekannten nach Filderstadt zum Kaffeetrinken. Gegen 19 Uhr traten wir den Heimweg an um gleich bei der Autobahnauffahrt in einen Stau zu geraten. Wir brauchten bis zum Stuttgarter-Kreuz (ca. 4km) 3 Stunden und waren gegen Mitternacht wieder total erschöpft zu Hause.
Ein paar Tage später hatten wir einen Termin bei Frau Dr. Faulenbach und legten den Befund von Dr. Hörr vor. Wortlos griff Frau Dr. Faulenbach in die Schublade und holte eine Krankmeldung heraus und schrieb meine Frau sofort krank. Diese Krankmeldung sorgte bei ihrem Chef, Herrn Klinkhammer vom REWE-Markt in Weilerswist, für einige Komplikationen. Er meinte, wir sollten doch das Haus verkaufen und bei der Folgebescheinigung der Krankmeldung meinte er zu mit:“ Er könne das Krankengeld nicht bezahlen und wir sollten das selbst übernehmen“. Ganz schön dreist dieser Herr Klinkhammer. Ich sagte zu ihm, dass er das Risiko tragen müsse und er könnte meine Frau auch außerdem kündigen. Was er aber nicht machte. Danach bekam meine Frau ein Schreiben, worin sie beschuldigt wurde, Geld unterschlagen zu haben und eine Anzeige erstattet worden sei. Weder die Anschrift noch der Verfasser haben gestimmt, bzw. waren unbekannt, worauf wir eine Strafanzeige stellten bei der Bonner Staatsanwaltschaft. Leider hat unsere Rechtsanwältin vom Büro Dr. Palmen einen Fehler gemacht, sodass die Sache im Sande verlief.
Als nächstes habe ich aus der Holzverkleidung im Schlafzimmer drei Holzproben entnommen und diese nach Dr. Schiwara in Bremen zur Analyse geschickt. Zwischenzeitlich ist unser Sohn zu seiner Freundin Kerstin nach Mechernich-Roggendorf umgezogen. Mittlerweile lag der Befund der Holzproben vor: 558,3 mg PCP pro 1kg Holz. Unser Anwalt meinte daraufhin, das am Anfang (1972) mindestens 5 gr. PCP aus den Holzdecken ausgetreten sind und wir uns nicht wundern müssten, warum es uns so schlecht geht. Erste Infos holte ich mir bei der IGFH (Interessengemeinschaft für Holzschutzmittelgeschädigte) ein, um den Umgang mit Holzschutzmitteln besser kennen zu lernen.
Wir begannen sofort im Kellergeschoss, in dem unser Sohn gewohnt hatte, mit der Sanierung in dem die Holzdecke im Wohnraum von ca. 25qm herausgerissen wurde. Die Decke wurde mit Rigipsplatten verkleidet, tapeziert und neu gestrichen mit Umweltfarbe wegen der Verträglichkeit. Unsere Türen bestanden aus furniertem Holz und ein Abschleifen von 5mm dadurch nicht möglich, das heißt, alle Kellertüren, also 5 Stück, müssen erneuert werden.
Weil die Elektroheizung mit Asbest verseucht sind, müssen letztendlich alle Heizkörper im Haus, insgesamt 10 Stück, ausgewechselt werden. Alle Kinder und Schwiegerkinder haben mitgeholfen, sodass wir kurz vor Weihnachten unser Schlafzimmer einrichten konnten. Lediglich die Türen waren noch nicht fertig geworden. Unser Rechtsanwalt versucht jetzt, die Vertreiberfirma von Sadolin ausfindig zu machen um diese eventuell regresspflichtig zu machen. Die Innensanierung unseres Hauses wurde auf rund 150.000 DM geschätzt.
Auch in diesem Jahr haben wir rund 8.000 DM nur für unsere Gesundheit ausgegeben und die körperlichen Beschwerden sind die gleichen wie im Vorjahr geblieben.
1999
Gleich zum Anfang des Jahres habe ich in dem Labor Schiwara eine Haaranalyse durchführen lassen. Das Ergebnis: 0,55 yg/g Pentachlorphenol (PCP). Normalerweise darf kein PCP im Haar sein. Da ich immer wieder Magenprobleme habe, hat mir Frau Dr. Faulenbach eine 3er Kombination Antibiotika gegen den Helikobakter pilori verordnet. Meinem Magen ging es nach dem Antibiotika etwas besser. Schlafstörungen waren immer noch vorhanden. Ich wurde nachts wach und konnte nicht wieder einschlafen und lag oft bis zu drei Stunden wach. Unter meinen Achselhöhlen bildeten sich immer wieder kleine rote Flecken die einen starken Juckreiz auslösten. Mein Gesamtzustand ist nicht zufriedenstellend.
Jetzt hatte der Schwiegervater im Haus von meiner Tochter Britta die Sanitäreinrichtungen eingebaut und so konnte ich jetzt mit der Fliesenverlegung beginnen, die nach einer Woche abgeschlossen war.
Jetzt war wieder Karnevalszeit und die Grippe hatte mich mal wieder erwischt und ich durfte für eine Woche das Bett hüten. Da für meine Frau eine Kur beantragt werden sollte und meine Ärztin der Meinung war, ich solle dies zusammen mit meiner Frau tun. Meine Frau musste zum Vertrauensarzt Dr. Miretzki nach Bonn. Nach der Untersuchung meinte Dr. Miretzki, ob es nicht angebracht wäre, wenn sie in eine psychosomatische Klinik gehen wolle. Meine Frau war bis in die Haarspitzen vergiftet und hätte in eine Umweltklinik gehört. In Anbetracht des schlechten Zustandes meiner Frau stimmten wir mit gemischten Gefühlen dem zu. Denn wir mussten sehen, dass meine Frau in Rente gehen konnte, weil sie der ganzen Arbeit nicht mehr gewachsen war.
Im Schlafzimmer und der Ankleide habe ich die Holzdecken ausgebaut und da die Zimmertüren nicht saniert werden konnten habe ich diese ebenfalls demontiert. Drei Nachtspeicheröfen müßen durch neue ersetzt werden. Die Alten habe ich vorsichtig auseinander genommen und mit den Holzdecken und Türen entsorgt. Hierbei hat mir die Gemeinde sehr geholfen. Wir wollten auf dem Boden neuen Teppich verlegen aber keine Teppichfirma konnte uns garantieren, dass der Teppich keine Schadstoffe enthält. So entschlossen wir uns, den Boden zu fliesen. Der ganze Boden war mit Nadelfilz ausgelegt und im Kleber befand sich Formaldehyd und so musste ich den Boden Streifen für Streifen abschneiden und rausreißen weil er so fest saß. Danach war erst mal eine Woche Pause wegen der Giftstoffe im Kleber. Der Körper wollte einfach nicht mehr. Im Schlafzimmer war auch ein Fernsehanschluss, der verlegt werden musste. Nach dem Ausbau der Durchgangsdose hatten wir im Wohnzimmer immer noch ein gutes Fernsehbild. Wie kommt das? Das Kabelfernsehen hat viele Sonderkanäle und diese arbeiten ähnlich der Mikrowelle mit sehr hohen Frequenzen und sind deshalb gesundheitsschädlich. Alle im Haus verlegten Fernsehleitungen wirken wie eine Sendeanlage. Ich habe die Leitung am
Hausanschlußkasten abgeklemmt und eine Satellitenschüssel auf das Garagendach montiert und den Kabelanschluss gekündigt. Jetzt endlich wurden die neuen Türen für das Kellergeschoß geliefert und eingebaut.
Meine Krankenkasse (BKK-RWE) hat meinen Kurtermin irgendwie verpasst und meine Ärztin musste nochmals die Notwendigkeit meiner Kur bestätigen. Dies führte dazu, dass der Termin zum Vertrauensarzt kurzfristig angesetzt werden musste. Zuständig war der MDK der Krankenkassen in Bonn. Als ich im Vorraum wartete, hörte ich plötzlich jemanden schimpfen. Wörtlich: „Wie, jetzt kommt noch einer“. Dies war, wie sich später herausstellte, Herr Dr. Möhring. Mir schwante schon Böses und so kam es auch. Als er meine mitgebrachten Schriftstücke, Amalgam- und PCPerkrankung durchsah, meinte er: „Es gibt keine Amalgamkranke und die arme Firma, hier die Desowag, wolle man ja Pleite machen“. In diesem Augenblick hätte ich mir gewünscht ein Terrorrist zu sein. Danach erfolgte die körperliche Untersuchung und alles dauerte zusammen 13 Minuten. Ich bin sofort nach der Untersuchung zu meiner Krankenkasse gefahren und habe dort schon im voraus das Untersuchungsergebnis abgelehnt und mich schriftlich sowohl bei der Krankenkasse und dem MDK in Bonn sowie bei der Kassenärztlichen Vereinigung beschwert. In meinem Schreiben an den MDK habe ich zum Ausdruck gebracht, das es hier (MDK) zugeht wie in der Zeit der dunkelsten deutschen Vergangenheit und wie in der vergangenen DDR. Der Leiter des MDK, Herr Dr. Ernst Heugel in seinem Antwortschreiben…. die Ärzte des Medizinischen Dienstes sind bei der Wahrnehmung ihrer medizinischen Aufgaben nur ihrem ärztlichen Gewissen unterworfen (Sozialgesetzbuch V). Verbrecher haben auch ein Gewissen. Außerdem befand er meine Bemerkung zur dunkelsten deutschen Vergangenheit… ist in diesem Zusammenhang aus meiner Sicht völlig ungehörig. Solche Bemerkungen möchte ich mir ausdrücklich verbitten. Ich habe auf dieses Schreiben geantwortet, das ich keines meiner Worte zurücknehme. Hier handelt es sich tatsächlich um ein Rattennest und es wird deutlich, dass in Deutschland nicht sein darf was ist. Auch ein Schreiben an die Gesundheitsministerin von NRW, Frau Fischer, brachte keinen Erfolg. Eine Krähe hackt der anderen Krähe kein Auge aus. Ich persönlich habe in meinem Leben nie eine Kur oder ähnliches bekommen.
Nun war es so weit, meine Frau trat mit gemischten Gefühlen ihre Kur in Altensteig im Schwarzwald an. Die Kurklinik De Ignis ist eine „Christlich Psychosomatische Klinik“. Der Ort Altensteig liegt idyllisch an einem Berghang und dem Fluss Nagold. In der Klinik wurde meine Frau sehr freundlich empfangen und es bestand die Möglichkeit, dass ich dort das Mittag und Abendessen im gemeinsamen Ess-Saal mit meiner Frau einnehmen konnte. Ich suchte mir eine Bleibe für ein paar Tage und wurde bei einer Reiterfarm fündig. Bei den ersten Besprechungen mit dem Betreuer meiner Frau durfte ich anwesend sein und auch er meinte, dass diese Klinik nicht die Richtige ist und sie wollten das Beste draus machen. Dies war schon eine gute Erkenntnis. Bei einem Freizeitspiel mit anderen Patienten ging es um ein Gedächtnisspiel bei dem jeder sich den Gegenstand merken musste und jeweils einen hinzufügen musste. Nach dem dritten Gegenstand war bei uns Schluss. Dies ist der beste Beweis, wie schlecht unsere Gedächtnisleistung ist.
Bei einem Bummel durch den Ort habe ich in einem Buchladen eine Broschüre von Dr. Rath entdeckt und diese gekauft. Nach dem Lesen der Broschüre habe ich mir sofort die dort angebotetenen Vitamine bestellt, die innerhalb von 8 Tagen geliefert wurden. Da meine Frau keine Medikamente oder ähnliches nehmen durfte haben wir diese trotzdem genommen und waren über die Wirkung erstaunt. Meine Magenschmerzen gingen spontan zurück. Bei einem Mittagessen kam eine neue Patientin in den Speisesaal und es sah so aus, als würde sie jeden Moment umfallen. Bei einem Gespräch mit der Gerda S. konnte ich sie von der Wirksamkeit der Vitamine überzeugen und gab ihr gleich welche. Nach 14 Tagen kannte man Gerda S. nicht mehr wieder, sie konnte wieder Fahrrad fahren und war auch wieder fit. Sie nimmt diese Vitamine noch heute und ist mir dafür sehr dankbar. Ebenso ging es meinem Hauswirt von der Pferderanch. Er hatte massive Herzbeschwerden und nach der Einnahme der Vitamine ging es ihm innerhalb von sechs Wochen schon wieder viel besser und braucht jetzt keine Herz- und Kreislaufmittel mehr. So erging es vielen tausend Menschen. Ich kann nur jedem das Buch von Dr. Rath empfehlen mit dem Titel „Warum kennen Tiere keinen Herzinfarkt – aber wir Menschen“. Das Buch ist leider im Buchhandel nicht erhältlich.
In der Zwischenzeit habe ich zu Hause im Keller eine kleine Küchenzeile eingebaut, hatten wir vor, nur eine neue Küche zu kaufen und nicht das ganze Haus zu sanieren. Die Renovierung und Lieferung der neuen Küche mindestens 4-6 Wochen dauerte, so konnten wir zwischenzeitlich die Keller-Küche nutzen. In der Ankleide haben wir uns entschlossen, einen begehbaren Kleiderschrank mit Schiebetüren einzubauen. Plötzlich hatte ich im rechten Auge immer ein blitzen und da ich am Wochenende sowieso nach Altensteig fahren wollte, habe ich einen Termin für meine Frau und mich beim Augenarzt festgemacht. Der Augenarzt stellte fest, dass ich ein Loch in der Netzhaut habe und das Auge muss mit ca. 120 Schuss gelasert werden. Bei Schuss 90 wurde es mir schlecht und die Behandlung musste kurz unterbrochen werden und die restlichen 30 Schuss konnten gesetzt werden. Weil meine Frau auch schon Löcher in der Netzhaut hatte, wollte ich vom Augenarzt wissen, wieso wir beide Löcher in der Netzhaut haben. Die Antwort war schon toll, er meinte, wenn Eheleute lange verheiratet sind, kommt es eben vor, dass sie die gleichen Beschwerden haben. Dies habe ich später meiner Ärztin erzählt und sie meinte, etwas Dümmeres hätte ihm schon einfallen können. Das die Löcher von der PCP-Vergiftung herrühren könnte kam ihm nicht in den Sinn, oder er durfte nicht. Der Klinikaufenthalt betrug jetzt schon 8 Wochen und sollt noch mal um 4 Wochen verlängert werden, was aber nicht möglich war, weil wir unseren Jahresurlaub gebucht hatten. Meine Frau wurde daraufhin als weiterhin krank entlassen, dabei kam ihr zugute, dass sie einen Behindertenausweis von 50% hatte. So war das Datum des Kurantrages gleich Rentenbeginn.
Nach 30 Jahren im Kegelclub haben wir uns entschlossen auszutreten. Wir konnten jetzt finanziell nicht mehr mithalten und es hat auch niemand mal gefragt, wie geht es euch oder was ist eigentlich los mit euch. Bei einem Kaffeeklatsch, meinte Kegelbruder Jupp: „Wenn ihr euer Haus renoviert habt, seid ihr sicher wieder gesund“. Wir haben jeden, wenn er im Krankenhaus lag, besucht. Der Austritt ist uns nicht leicht gefallen, denn wir hatten sehr viele schöne Stunden zusammen verbracht und immer viel gelacht. Vielleicht lag es auch daran, dass wir beide die einzigen Nichtselbstständigen waren. Wir haben auch nicht richtig bemerkt, dass wir uns immer mehr zurückgezogen haben, weil alles was wir taten eine negative Reaktion auslöste. Dabei spielte es keine Rolle ob es das Essen war oder die Getränke oder ob wir spät nach Hause kamen. Nachts konnte ich nicht schlafen, weil das Essen und Trinken wie ein Bleiklotz im Magen lag. Da ich dann nicht ausgeschlafen war, bekam ich immer Ohrgeräusche und vermehrt tote Pickel unter den Achselhöhlen, die einen starken Juckreiz auslösten.
Nach unserem Urlaub gingen wir sofort daran, das Schlafzimmer und die Ankleide fertig zu stellen. So sind wir mit dem Schlafzimmer wieder nach oben gezogen und konnten unsere Anziehsachen gleich in den begehbaren Schrank einräumen was sehr praktisch war. Jetzt brauchten wir nur den Flur und mein Büro tapezieren und streichen. Danach habe ich die vier Nachtspeicher-Öfen eingebaut und mit einer neuen Steuerung in Betrieb genommen.
Nach dem 19.04.1999 haben wir am 19.10.1999 erneut Klage gegen die Fa. Sadolin beim Bonner Amtsgericht eingereicht.
Bei einem Besuch in meiner Selbsthilfegruppe viel mir ein Buch in die Hände mit dem Titel Von Menschen und Ratten von Erich Schöndorf im Verlag die Werkstatt, 1998. Das Buch handelt vom Scheitern der Justiz im Holzschutzmittel-Skandal. Herr Schöndorf war auf Seiten der Staatsanwaltschaft Ankläger in dem Frankfurter Chemie-Prozess. Inzwischen arbeitet er als Professor für Umweltrecht an der Fachhochschule der Mainmetropole und hat mir freundlichst gestattet, Auszüge aus seinem Buch zu benutzen.
„In von Menschen und Ratten wird der Nachweis geführt, dass die Justiz in ihrem derzeitigen Zustand Teil der Probleme ist, die wir haben, nicht etwa Teil von deren Lösung“ (aus dem Vorwort von Günther Wallraf).
Die bundesdeutsche Justiz hat immer noch keine Antwort auf die Risiken des technischen Fortschritts gefunden. Sie tut sich schwer damit, Verantwortliche zur Verantwortung zu ziehen. Stattdessen werden Betroffene in Stich gelassen, während Konzerne weiterhin ihre Profite machen – auf Kosten der Umwelt und der Gesundheit der Menschen. Der berühmte langjährige Holzschutzmittel-Prozess hat die Mechanismen dieses Versagens aufgedeckt und das verwobene System von wirtschaftlicher Macht und willfährigen Juristen deutlich werden lassen. Spannend und mit fundiertem Insider-Wissen schildert der Autor die Situation dieses Umweltskandals. Zugleich plädiert er für die Rückgewinnung justitieller Macht gegenüber wirtschaftlichen Interessen.
Hier beschreibe ich kurz aus dem Buch, wie es einer Familie ergangen ist, dessen Haus mit Holzschutzmittel belastet war.
Leitsymptome und Beschwerdemuster
Folgen die Symptome der Anzeigeerstatter tatsächlich dem Chaosprinzip, sind sie ein wüster Haufen ohne jegliche Ordnung, ohne Zusammenhänge? Oder steckt verborgen im Wust der Beschwerden eine Systematik, ein Prinzip, eine Regel?
Die Vielfalt der Symptome ist für die Rechtsanwälte ein gefundenes Fressen, denn sie verbietet ihre Zuordnung zu einem bestimmten Auslöser – jedenfalls nach der Logik der Verteidigung. Wie schon gesagt, kein schlechtes Argument. Zuordnung kommt von Ordnung.
Die Holzwürmer haben einen Computer organisiert, das war nicht einfach und auch heute noch haben die Strafverfolger ab und an mit Engpässen auf diesem Gebiet zu tun. Kreativität nutzt da nur bedingt. Ein Frankfurter Kriminalhauptmeister der Umweltpolizei, der zur Bewältigung eines entsprechenden Missstandes innerhalb eines umfangreichen Müllverschiebeverfahrens selbstlos den eigenen Computer zum Einsatz gebracht hatte, wurde schnell zurückgepfiffen: Amtliche Daten und Zahlen gehörten nicht auf private PCs. Das war’s dann. In Wiesbaden gab es seinerzeit allerdings keine so gravierenden Probleme mit der modernen Technik.
Nach 200 Fragebögen erstellen wir den ersten Ausdruck, gespannt folgen wir dem Papier, das aus dem Drucker kommt und halten die Luft an. Dann löst sich die Spannung langsam und macht zunächst Erleichterung und schließlich fast Begeisterung Platz. Wie die Peaks auf dem Mess-Streifen der Gaschromatographen schießen einzelne Symptome aus dem Beschwerdebrei heraus. Einsam an der Spitze: Müdigkeit und Mattigkeit. Dann – gleichauf im Rennen – Hautanomalien, Kopfschmerzen, Infektanfälligkeit, Antriebsschwäche, Schlafstörungen, Schwitzen, Konzentrationsschwäche. Es existieren offenbar Leitsymptome.
Am nächsten Tag spielen wir ein bisschen mit dem Computer. Wir teilen die Beschwerden nach Organen differenziert in Gruppen auf und erstellen eine entsprechende Säulengraphik. Danach sind 40 Prozent der Beschwerden internistischer Art, 22 Prozent betreffen den neurologischen Bereich, 20 die Haut, 16 den psychiatrischen und zwei Prozent schließlich gehören zur Endokrinologie, also zu hormongesteuerten Prozessen.
Dann bilden wir Untergruppen. Nach dem Zufallsprinzip wählen wir zehn, 2o, und 35 Fragebögen aus und lassen den Computer neue Säulen malen. Wieder eine Überraschung, oder schon keine mehr: Das Säulenmuster bleibt praktisch gleich: 40 : 22 : 20 : 16 : 2. Das Mischungsverhältnis der Beschwerden ist konstant – ein Hinweis auf eine irgendwie geartete Ordnung in den Krankheitsbildern. Es gibt Leitsymptome und ein Beschwerdemuster.
Wir wollen mehr wissen, als der Computer verrät. Zum Beispiel ob es womöglich typische Krankheitsabläufe gibt, die die Fragebögen nicht verraten haben. Existieren im Detail charakteristische Symptom-Kombinationen?
„Wir müssen zu den Leuten hin,“ sagte Kommissar F., „wir müssen ihre Geschichten originalgetreu hören, müssen fragen und hinterfragen. Ferndiagnosen reichen nicht.“
Familie G.
Zwei Wochen später brechen wir auf. Die 50 Familien, die wir im Visier haben, sind nach dem großflächigen Verstreichen der Produkte des Marktführers (Anmerkung: Zylamon) und seines norddeutschen Konkurrenten (Anmerkung: Sadolin) sämtlich schwer erkrankt. Mein Einsatz beschränkt sich zumeist auf ein Gebiet im Radius von 150 Kilometern um Frankfurt. Die BKA-Beamten bedienen die Ferne, das sind sie so gewöhnt. Neben dem Colt tragen sie die Zahnbürste. Sie sind immer auf Achse, überall heimisch. Sozusagen fahrendes Volk.
Die Familie G. ist ortstreuer. Das unauffällige Haus in der kleinen westfälischen Stadt Anröchte hat sie im Jahr 1986 zunächst angemietet und ein halbes Jahr später gekauft. Dr.G. war niedergelassener Arzt und schon von daher für das Verfahren hochinteressant. Denn Ärzte, so unser Kalkül, sind eher als Nichtmediziner in der Lage, Krankheiten zu erkennen, Symptome zu deuten und Ursachen zu bestimmen. Eines konnte Dr. G. eindeutig: druckreif ins Mikro diktieren. Es wurde mit anderthalb Stunden meine kürzeste Vernehmung. Zum Vergleich: Die längste währte acht Stunden. Dir betreffende Familie hatte allerdings auch fünf Kinder, die sich ab und zu mal zu Wort meldeten.
Beim Einzug in das neue Haus, dessen sämtliche Zimmer im ersten Stock an Wänden und Decken mit Holz verkleidet waren, erfreute sich die Familie G. noch bester Gesundheit. Doch das Glück im neuen Heim währte nur drei Monate.
Dann litt der junge Arzt immer häufiger an Infektionskrankheiten, vorwiegend Bronchitis und Naseninfekten. Zuvor hatte er auf der Intensivstation eines Krankenhauses gearbeitet und dabei hochinfektiöse Erkrankungen, unter anderem Tbc behandelt, ohne dabei selbst krank zu werden, nicht einmal banale Infekte waren aufgetreten. Doch während sich sein Gesundheitszustand verschlechterte, wurde Dr. G. antriebslos, zu nichts hatte er mehr Lust. Zusätzlich stellten sich bei ihm eine lähmende Müdigkeit und ein gesteigertes Schlafbedürfnis ein. Unabhängig von seiner Schlafdauer war er morgens wie zerschlagen und hatte Blei in den Knochen. Kopfschmerzen waren an der Tagesordnung, Depressionen veränderten seine Persönlichkeit. Im November 1987 erkrankte er an einer Leberentzündung. Sie zwang ihn zu häufiger Bettruhe, was seine Genesung aber nicht förderte. Das Schlafzimmer befand sich im ersten Stock des Hauses, das Kopfteil des Bettes unmittelbar unter der holzverkleideten Dachschräge.
Der gesundheitliche Abstieg der 36jährigen Ehefrau begann zeitgleich im Frühjahr 1987. Sie verlor fünf Kilogramm Körpergewicht, obwohl sie bei einer Körpergröße von 1,76 Meter nur 56 Kilo gewogen hatte. Ihre Kräfte wurden von Tag zu Tag weniger. Sie war kaum in der Lage, ihre einjährige Tochter zu heben oder Treppen zu steigen. Sie lag mehr als sie stand. Nachts schwitzte sie heftig und morgens war sie wie gerädert, als hätte sie Schwerstarbeit geleistet. Apathie und Depressionen brachten sie an den Rand des totalen Zusammenbruchs.
Die beiden 1983 und im Januar 1986 geborenen Kinder der Familie hatten ihre Zimmer unter dem Dach im ersten Stock. Die Fenster befanden sich an der Südseite, die Räume heizten sich wegen schlechter Isolierung im Sommer stark auf. Der Sommer war auch die hohe Zeit der Infekte der Kinder. Erstaunt registrierte Dr. G., dass seine Kinder gerade in der warmen Jahreszeit, wenn sich die Schar im Kindergarten von der Wintergrippe erholt hatte, ständig über Infekte klagten. Das waren zudem keine Bagatellen, keine Erkältungen im üblichen Sinn. Pausenlos traten eitrige Lungenentzündungen, kombiniert mit Asthma, auf – 14mal im Sommer 1987. Pro Kind. Es bestand Erstickungsgefahr. Auf dem Nachtisch des Vaters lag ständig ein Intubationsbesteck parat, um gegebenenfalls bei seinen Kindern einen Luftröhrenschnitt vornehmen zu können. Er benötigte es allerdings nicht, weil Spritzen und Cortisonzäpfchen das Schlimmste verhinderten.
Der Gesundheitszustand der zudem blassen und apathischen Kindern besserte sich allerdings immer dann, wenn sie mit ihrer Mutter hin und wieder für einige Wochen zur Großmutter nach Marl an den nördlichen Rand des Ruhrgebietes fuhren. Obwohl es dort viele Schlote gab, wie es Frau G. ausdrückte, ging es den Kindern schon nach wenigen Tagen deutlich besser. Mit der gleichen Geschwindigkeit verschlechterte sich aber ihr Gesundheitszustand wieder, wenn sie wieder in ihr Haus nach Anröchte zurückgekehrt waren.
Dieses Phänomen ließ Dr. G. erstmals an eine im Haus liegende Krankheitsursache denken, zumal sowohl seine Ursachenforschung als die weiterer Kinderärzte zu keinem Ergebnis geführt hatte.
Ein Zufall brachte schließlich die Wende. Ganz nebenbei erzählte ein Nachbar, dass die Vorbesitzer der Wohnung ebenfalls gesundheitliche Probleme hatten. Das stimmt schon, erklärte die ehemalige Bewohnerin dem Arzt, der sich telefonisch mit ihr in Verbindung setzte. Pausenlos sei sie krank gewesen in diesem Haus, vor allem aber müde und kaputt. Ihr Mann sei beruflich meist unterwegs und dann gesund gewesen. An den Wochenenden in Anröchte aber habe sich das immer schlagartig geändert. Fix und fertig wäre er gewesen, habe „gehustet wie ein Pferd“. Die Nachbarin hätte ihn schon angesprochen. Am schlimmsten aber sei es der Tochter ergangen. Sie sei ständig erkältet, matt und müde sowie ohne Konzentration gewesen, habe oft Fieber gehabt. Ein Leistungssturz in der Schule sei die Folge gewesen. Und: „ Alle Pflanzen sind eingegangen!“
Danach zog die Familie der Vorbesitzer in eine andere Wohnung. Nicht wegen gesundheitlicher Probleme – die Zusammenhänge hatte man nicht gesehen – sondern wegen einer Mietpreiserhöhung. Den dreien ging es bald viel besser.
Jetzt richtete sich der Verdacht des Dr. G. auf die Holzdecken im Haus, zumal er in diversen Zeitungen von der Holzschutz-Problematik gelesen hatte. Der Erbauer des Hauses bestätigte ihm den Einsatz von Holzschutzmitteln. Sämtliche Holzverkleidungen im ersten Stock seien mit insgesamt 26 Litern gestrichen worden. Er bringt noch den Kanister vorbei mit dem nicht verarbeiteten Rest, weil darauf die Wirkstoffe vermerkt sind. Dr. G. hat über ein toxikologisches Thema promoviert, liest nach. Dann entfernt er die Holzdecken, auch die Tapeten, reinigt Teppiche und Kleider. Nach sechs Monaten ist die Familie wieder gesund.
Expansionszeit: Anderthalb Jahre. Noch mal gut gegangen.
Soweit aus dem Buch von Menschen und Ratten, von Dr. Erich Schöndorf.
Wenn man jetzt einen Vergleich zieht von 1,5 Jahren Expansionszeit zu unseren 26 Jahren, so kann sich jeder Ausrechnen, welche körperlichen Schäden meiner Familie und mir entstanden sind. Jetzt schreiben wir den 1.3.2007 (unser Hochzeitstag) und die Beschwerden sind nach wie vor vorhanden und nur in der Stärke und Intensität haben die Beschwerden abgenommen. Dass das so ist, haben wir in erster Linie den Präparaten von Dr. Rath zu verdanken und der großen Eigeninitiativen, die sehr viel Geld gekostet hat. Für das Jahr 99` waren das 5 Tausend Euro.
Jetzt endlich wurden die neuen Türen für das Obergeschoss geliefert und eingebaut, denn es wird langsam kalt und ohne Türen zieht es ordentlich. Auch die letzten beiden Nachtspeicher- Öfen habe ich eingebaut und konnten mit dem Schlafzimmer aus dem Keller wieder nach oben ziehen. Nach der ganzen Aktion waren wir total fertig und brauchen noch etwas Kraft für die standesamtliche Hochzeit unseres Sohnes Thomas und Schwiegertochter Kerstin am 27.12.1999. Die Hochzeit wurde im kleinen Kreis bei uns zu Hause gefeiert. Das Jahr geht nun zu Ende, nur die Beschwerden sind geblieben.
2000
Der Prozess gegen die BKK wegen des Zahnersatzes habe ich vor dem Sozialgericht in Essen verloren, nachdem ich Einspruch eingelegt hatte. In Deutschland hat immer derjenige Recht, der Recht bekommt. Da mich schon wieder der Heuschnupfen plagte, bin ich zu einem Hautarzt, Dr. Fuhrmanns, gegangen. Auch hier gab es die üblichen Medikamente. Weil ich mehrere Muttermahle hatte, wurden diese von Dr. Fuhrmanns untersucht. Bei zwei Muttermahlen bestand die Gefahr, dass sie bösartig sein könnten. Sie wurden bei einer kleinen OP weggeschnitten.
Weil ich mit meiner Hausärztin, Frau Dr. Faulenbach, einen Disput hatte (Wegen meiner Kur) und wieder Magenschmerzen und Darmprobleme hatte, bin ich zu meinen vorherigen Hausarzt, Dr. Abbu-Full gegangen. Dieser meinte, ich sollte eine Magen- und Darmspiegelung machen lassen. Da meine Frau die gleichen Beschwerden hatte, schrieb uns der Doc gleich zwei Einweisungen für das Brühler Krankenhaus. Der Doc meinte, das ist eine Sache für 3-4 Tage. Es wurden 7 Tage. Nach der Einweisung wurde zuerst die Magenspiegelung (das 4. Mal) ausgeführt. Ergebnis: kein pathologischer Befund. Nach der anschließenden Darmspiegelung fragte ich die Oberärztin nach dem Ergebnis und sie meinte, sie hätte es mir gleich nach der Spiegelung gesagt und ich wäre fast von der Behandlungspritsche gesprungen und sie hätte eine Zyste weggeschnitten, aber sonst wäre alles Ok. Ich sagte zu der Oberärztin, dass ich das Ergebnis nicht mitbekommen habe, sicher wegen der Narkose und wenn ich fast von der Pritsche gesprungen bin, so hat es sicher wehgetan. Danach wurde noch ein Laktose - Test gemacht, der positiv war. Also eine Milchzucker Unverträglichkeit. Für mich steht fest, dass dies die erste und letzte Magen- und Darmspiegelung war.
Da der Gutachterstreit solange dauerte, konnten wir das Wohn – und Esszimmer noch nicht Sanieren. Ich habe nochmals eine Holzprobe von der Wohnzimmerdecke genommen und diese an die Zeitschrift Warentest geschickt. Diese Probe kostete 70 DM!!!! Zwischenzeitlich hat das Gericht den TÜV- Rheinland als Gutachter vorgeschlagen. Kurze Zeit später bekamen wir die Rechnung vom TÜV- Rheinland: 20.400 DM plus 5% Nebenkosten plus Mehrwertsteuer!!! Dieser Betrag muss beim Gericht hinterlegt werden und erst dann wird das Gutachten erstellt. Die 1. Instanz vor Gericht würde uns 60.000 DM kosten und die 2. Instanz 90.000 DM. So wird unter anderem verhindert, dass zu viele Holzschutzmittelgeschädigte vor Gericht ziehen und ob wir eine reelle Chance haben wäre sehr fraglich. Meine Versicherung, die ARAG, schrieb mir dazu, dass der Versicherungbetrag 1972 25.000 DM betrug und somit ausgeschöpft sei: 20.000 DM das Gutachten und 5.000 DM für den Rechtsanwalt. Die Beratung mit unserem Rechtsanwalt Herrn Mehrgardt ergab, das wir die Klage gegen Sadolin beim Gericht zurückziehen müssen, weil für die Deckung von 150.000 DM kein Geld mehr vorhanden war und die gesamten Renovierungskosten bei 150.000 DM liegen werden.
Zwischenzeitlich war das Ergebnis von der Stiftung Warentest da: 27 mg PCP pro kg Holz nach 26 Jahren.
Meine Frau und ich haben uns am nächsten Tag einen Schutzanzug mit Mundschutz und Brille angezogen und die Holzdecken im Wohn – und Esszimmer innerhalb von 4 Stunden ausgebaut, auf Länge geschnitten und für den Abtransport bebündelt. Anschließend waren wir eine Woche richtig krank.
Wegen meiner Kur legten wir dem Sozialgericht in Essen ein Gutachten von Herrn Dr. Schwinger aus Stuttgart vor. Das Gutachten bezog sich auf meinen Gesundheitszustand. Die Gegenseite beauftragte einen Herrn Dr. Wackerbauer ein Gegengutachten zu erstellen. Leider hatte das Gutachten von Dr. Schwinger keinen Erfolg und somit hatte ich in dem Prozess vor dem Sozialgericht in Essen verloren. Mein Rechtsanwalt Herr Mehrgardt hat keinen von mir (uns) geführten Prozess gewonnen.
Jetzt konnten wir endlich das Wohn und Esszimmer weiter sanieren. Die Decken waren jetzt wieder im Rohzustand und wurden jetzt mit Rigipsplatten verkleidet und danach mit vorgefertigten Holzbalken darunter angebracht. Die Wände und Decken von Wohn und Esszimmer und der Diele sollen mit einem Eifeler-Landputz neu verputzt werden. Dazu müssen alle Balken, Türe und Fenster abgeklebt werden. Den Fußboden habe ich mit einem dicken Pappkarton ausgelegt, weil man sonst den Fußboden nicht mehr sauber bekommt. Nach dem verputzen haben wir die Räume gereinigt und sofort die neue E-Heizung eingebaut. Nun mussten wir nach Belgien fahren um dort einige Möbelstücke auszusuchen und zu bestellen.
Und nun kam der große Tag für unseren Sohn Thomas und Schwiegertochter Kerstin. Sie heirateten am 22.07.2000 kirchlich in Weilerswist. Da die Schwiegermutter von Thomas krank ist, haben wir, meine Frau und ich, alle Vorbereitungen selber getroffen. Dies hat sehr viel Kraft gekostet und mir war vor der Feier, als wenn ich jeden Moment umfallen würde. Das Fest verlief sehr harmonisch und um wieder Kraft zu tanken, fuhren wir danach in den Urlaub. Nach unserem Urlaub ging es uns gar nicht gut und habe aus diesem Grund eine Beschwerdenliste erstellt.
Pickel auf der Kopfhaut, die, wenn es mir nicht gut geht, stärker vorhanden sind. Immer kleine Wolken vor den Augen, sich hin und her bewegen sowie öfter blitzen in den Augenwinkeln. Bei Kreislaufschwierigkeiten sind Bilder im Auge, ähnlich wie das Testbild im Fernsehen. Sehr oft Augenjucken. Starke Vergesslichkeit sowie 30% Ausfall im Kurzzeitgedächtnis. Öfters Ohrgeräusche und beim Schlucken knackt es im Ohr. Etwas Schwerhörig. Bei jedem Wetterwechsel kratzen im Hals, öfters auch eine dicke Mandel und beim husten stechen im Kopf. Öfters ohne Anlass starker Hustenreiz. Immer Nackenbeschwerden und beim bewegen knackt es im Nacken. Bei Wetterwechsel warm auf kalt Probleme mit den Bronchien, die den ganzen Winter über anhalten. Im Frühjahr Pollenallergie (Birke, Esche, Haselnuss) bis hin zur Atemnot. Kalte Hände ab +7°. Hautverfärbung an der rechten Bauchseite sowie Muttermahle und viele Warzen. Zwei Muttermahle wurden bereits durch eine OP entfernt. Immer starke Magenprobleme und Darmbeschwerden sowie ständig Rückenschmerzen. An beiden Armen Tennis und Golfarm, je nach Haltung der Arme schläft an beiden Händen der Ring- sowie der kleine Finger ein. Beschwerden an beiden Knien, besonders beim knien. Unter der rechten Fußsohle öfters ein
Feuchtigkeitsgefühl. Bei Überforderung leichter Schwindel im Kopf sowie nicht belastbar und Schlafstörungen.
Weil ich den Gutachter, Herrn Möhring vom MDK abgelehnt habe, wurde ich am 24.10.2000 zu einem neuen Gutachter, Herrn Dr. Miretzky nach Bonn bestellt. Dieser Dr. Miretzky war es, der meine Frau, die bis in die Haarspitzen vergiftet war, in eine Christliche Psychosomatische Klinik geschickt hat, obwohl sie in eine Umweltklinik gehört hätte.
Als ich am besagten Tag bei Herrn Dr. Miretzky vor der Praxis stand, musste ich zu meiner Überraschung feststellen, dass dieser zwischenzeitlich Umgezogen war, ohne Bescheid zu geben. Er hatte aber die neue Anschrift dort hinterlassen, so dass ich gerade noch pünktlich zum Termin erscheinen konnte. Die Untersuchung und Befragung dauerte insgesamt 2 Stunden!!
Am 12.11.2000 lag das Gutachten vor, aus dem ich einige Passagen zitieren möchte und letztendlich dieses Gutachten der Auslöser war, dieses Buch zu schreiben. Der Spruch, dass eine Krähe der anderen Krähe kein Auge aushackt ist viel zu Milde für diese schulmedizinische Gutachter Maffia.
Hier einige Auszüge von meinem „ Fachärztlich Psychiatrisches Gutachten“ für das
Sozialgericht in Köln vom November 2000. Umfang 57 Seiten.
Erstellt von Herrn Dr. med. Axel Miretzky, Facharzt für Psychatrie aus 53125 Bonn
Heinrich-Dittmaier-Str. 12, Tel.: 0228/ 9251553.
4. Psychometrische Testung:
a) Orientierender Hirnleistungs-u. Intelligenz-Test
Mehrfachwahl-Wortschatz-Intelligenztest (MWT-B):
Dieser Test dient zur Erfassung der sprach- und erfahrungsabhängigen Intelligenz und ist demgemäß besonders robust gegenüber Beeinflussungen durch seelisch-geistige Störungen. Er dient somit auch zur Abschätzung der prämorbiden Gesamtintelligenz im Rahmen psychischer Erkrankungen. Erreicht wird die Punktzahl von 28 entsprechend einem Intelligenz-Quotienten von 94, das heißt einer durchnittlichen Intelligenz.
c) Beschwerdebogen
Hopkins-Symptom-Checkliste SLC 90 R:
Dieser Beschwerdebogen dient zur Erfassung subjektiver Beeinträchtigung durch körperliche und psychische Symptome. Folgende Skalenwerte werden errreicht:
Skala 1: Somatisierung: 1,00 Skala 2: Zwangshaftigkeit: 0,30 Skala 3 Unsicherheit im Sozialkontakt: 0,22 Skala 4: Depressivität: 0,38 Skala 5: Ängstlichkeit: 0.40 Skala 6: Aggressivität/Feindseligkeit: 0,00 Skala 7: Phobische Angst: 0,14 Skala 7: Paranoides Denken: 0,00 Skala 9: Psychotizismus: 0,50 Globale Kennwerte: GSI: Grundsätzliche peychische Belastung: 0,46 PST: Anzahl der Symptome: 24 PSDI: Intensität der Antworten 1,71.
Beurteilung:
Verglichen mit Normalgesunden, unter Berücksichtigung von Geschlecht und Bildung, liegen die Werte in sämtlichen Einzelelskalen, mit Ausnahme der Somatisierung, im meist unteren Erwartungsbereich. Dies gilt auch für die globalen Kennwerte. Der erhöhte Wert für Somatisierung erreicht soeben Signifikanz. Verglichen mit stationären Psychtherapiepatienten, mit verschiedenen Störungen, zeigt sich keine erkennbare Übereinstimmung, mit Ausnahme des Wertes für Somatisierung.
Insgesamt spricht der Befund für eine Tendenz zur veminderten Wahrnehmung und/oder Darstellung speziell seelischer Beschwerden, was in der anankastischen Persönlichkeit wurzeln kann oder in einer Alexthymie, d. h. der Unfähigeit, negative Emotionen wahrzunehmen und/oder auszudrücken. Dies ist ein Befund, der bei psysomatischen Patienten häufig gefunden wird, wobei der hoe Somatisierungswert am ehesten durch funktionelle Beschwerden bedingt scheint, teilweise überlagert auch durch körperliche Beschwerden mit organischer Ursache. Der Befund ist vereinbar mit den gestellten Diagnosen. Hinweise für eine Aggravation finden sich hier nicht.
III. Diagnosen:
Somatoforme Störung i. S. einer Somatisierungstörung (ICD10:F45.0) und einer hypochondrischen Störung (ICD10:F45.2).Anamnestisch: Chronische Gastritis, Lactoseintoleranz, Z. n. Netzhautablösung re. Auge, V.a. degeneratives WS-Leiden, Allergien mit Pollinosis.
IV. Zusammenfassung und Beurteilung:
Der heute 62-jährige Kläger, Herr Egon Tampier, klagt aktuell über im Vordergrund stehende Magen-Darmprobleme, unter denen er teilweise als Kind schon gelitten habe. Berichtet wird eine damit einhergehende Besorgnis einer möglicherweise bösartigen Erkrankung. Weiter werden eine Vielzahl von Minimalbeschwerden, z, B.“ Pickel auf der Kopfhaut“, „kleine Wolken vor den Augen“, häufiges Augenjucken, Kratzen im Hals, Stechen im Kopf, starker Hustenreiz oder ein Knacken im Ohr beim Schlucken berichtet. Vom Krankenkonzept her besteht die Vorstellung, dass ein überwiegender Teil der jetzt geklagten Beschwerden Folge von langjährigen Vergiftungen, z. B. Amalgam oder im Haus verwendeter Holzschutzmittel sei. Seelische Beschwerden werden auf Nachfrage verneint.
In den vorliegenden Fremdbefunden ist dem Sozialmedizinischen Gutachten von Herrn Dr. Möhring vom 20.05.1999 (Beiakte der BKK, nicht nummeriert), die Hauptdiagnose:
Erschöpfungszustand, chronische Gastritis, eigenamnanestisch: Verdacht auf toxische Belastung mit Amalgam und/oder PCP, zu entnehmen.
In einer Gegendarstellung vom 11.06.1999 führt Herr Dr. Heugel (Beiakten der BKK, nicht nummeriert) aus, dass nach den vorgelegten Unterlagen eine Amalgamvergiftung nach wissenschaftlichen Grundsätzen nicht nachgewiesen sei und aus den übrigen Daten eine PCP- bzw. Formaldehyd- Toxinbelastung nicht eindeutig zu entnehmen sei. Die Darstellung von Herrn Dr. Keils in seinem Schreiben vom 27.03.1997 seien aus wissenschaftlicher Sicht nicht nachprüfbar und nach allgemeinem Erkenntnisstand in wissenschaftlicher Hinsicht nicht abgedeckt.
Beim Allergiepass vom 13.06.1997, ausgestellt von Dr. Schmitz und Dr. Ande( Namen bei schlechter Kopie nicht vollständig identifizierbar), sind nach Epikutantest: einfach positiv Benzoylperoxid, Quecksilber, Palladium, Chloridnickelsulfad, zweifach positiv Zweihydroxyethyl-metacrylat sowie BIS-GMH, dreifach positiv Bisphenol-A-dimetacrylat.
Laut Befundbericht von Herrn Dr. Keils vom 27.03.1997, wurden ein DMPS-Test, eine „Testung der galvanischen Mundstrombelastung (Zähne)“ sowie eine „feinenergetische Testung“ einer individuellen Verträglichkeit durchgeführt.
Dem Befundbericht von Dr. Hörr, Arzt für Radiologie, 73207 Plochingen, vom 16.10.1998 (Bl. 31-32 d. SG-A), über durchgeführte Positronen-Emissions-Thomographie (MCD-Modus) ist zu entnehmen: „Mäßigflächig ausgedehnte Reduktion der Glukoseverwertung rechts frontal mit deutlicher Betonung orbital, geringer inferior und diskret in der mittleren Windungsregion. Links orbital und inferior besteht ein kleinherdiger Befund mit durschnittlich mäßiger Ausprägung. Wenig ausgedehnte Reduktion der Glukoseverwertung rechts prä- und postzentral sowie gering auch links postzentral. Großflächige Reduktion der Glukoseverwertung mit deutlicher Ausprägung links patietal inferior, mäßig rechts, abnehmend beidseits nach superior. Mäßigflächig ausgedehnte Reduktion der Glukoseverwertung in den Temporalwindungen, links mit mäßiger. Rechts mit mäßiger bie geringer Ausprägung. Beidseitige, mäßig ausgedehnte, deutlich ausgeprägte Reduktion des Metabolismus im tempo-occipitalen Bereich. Geringe Reduktion der Glukoseverwertung im linken Nucleus lentiformis und rechten Thalamus.
Dem Ergebnis einer PCP-Bestimmung im Serum (Labor Dr. Schiwara et al.) vom 21.12.1998 (Bl. 35 d SG-A), ist kein erhöhter Wert zu enrnehmen.
Eine mit Datum vom 14.01.1999 durchgeführte PCP-Analyse des Haares, durch das Labor Schiwara et al., ergibt einen Wert von 0,55µg/Gramm. Einschränkend wird bemerkt, dass Daten zur Beurteilung der Konzentration von PCP im Haar leider noch nicht vorliegen.
Im psychische Befund finden sich aktuell keinerlei konzentrativ-mnestischen Defizite. Der formale Gedankengang ist geordnet, deutlich eingeengt auf die Beschwerden, deren Erklärungsversuche und die Beschäftigung mit therapeutischen Maßnahmen, aber auch auf finanzielle Sorgen. Für inhaltliche Denkstörungen findet sich keine Anhalt. Affektiv ist die Stimmungslage oberflächlich ausgeglichen, hintergründig subdepressiv, wobei auch depressiv Zustände geschildert werden, die jedoch ausschließlich auf körperliche Beschwerden bzw. gesundheitsbezogene Sorgen zurückgeführt werden. Vereinzelt werden Zustände beschrieben, die psychopathologisch am ehesten an Panikattacken denken lassen. Es besteht eine deutliche Tendenz zur detaillierten Selbstbeobachtung, als auch zur hypochondrischen, zum Teil eigenwilligen Interpretation körperliche Beschwerden. Von der Persönlichkeit her stehen neben anankastischen, leichte paranoide Züge im Vordergrund, letztere jedoch ohne den Ausprägungsgrad einer Persönlichkeitsstörung. In Antrieb und Psychomotorik wirkt der Proband unauffällig. Ein sozialer Rückzug wird in deutlicher Form berichtet. Der Proband zeigt ein mäßiges Krankheitsgefühl. Vom Krankheitskonzept her besteht eine deutliche Fixierung auf vermeintlich umweltbedingte Ursachen seiner Beschwerden, aber hinsichtlich empfehlenswerter, meist paramedizinischer Behandlungsmethoden, im Sinne einer überwertigen Idee. Eine grundsätzliche Einsicht auch in psychosomatische Zusammenhänge seiner Erkrankung ist vorhanden, eine diesbezügliche Behandlungsmotivation ist jedoch nicht erkennbar. Für Tendenzen einer bewussten Vorteilsnahme finden sich keinerlei Anhaltspunkte.
Psychometrisch wird in der orientierenden Hirnleistungstestung im MWTB eine Punktzahl von 28 erreicht, entsprechend einem Intelligenz-Quointenten von 94, das heißt einer durchnittlichen Intelligenz.
Im TFDD spricht der Befund gegen eine auch nur leichte hirnorganische Einschränkung.
Im d2 zeigt der Proband ein konstruktionskonformes Testverhalten. Die Tempo-Mengenleistung ist knapp unterdurchschnittlich, was auf verminderten Antrieb und/oder übersteigerte Kontrolle hinweist, die Sorgfaltsleistung liegt dagegen im oberen Durchnittsbereich. Insgesamt ergibt sich auch in Bezug auf die Norm etwas jüngerer (50-59-jährige, d.h. leistungsfähigerer) Probanden, eine im (unteren) Durchschnittsbereich liegende Konzentrationsleistung, die nicht auf eine wesentliche Störung hinweist. Hierfür spricht auch der deutlich erkennbare Lerneffekt mit besseren Testleistung zum Testende hin. Ein Ermüdungseffekt fand nicht statt.
Der Befund im Beschwerdebogen SLC 90 R spricht insgesamt für eine Tendenz zur verminderten Wahrnehmung und/oder Darstellung speziell seelischer Beschwerden, was in der anankastischen Persönlichkeit wurzeln kann oder in einer Alexithymie, d.h. der Unfähigkeit, negative Emotionen wahrzunehmen und /oder auszudrücken. Dies ist ein Befund, der bei psychosomatischen Patienten häufig gefunden wird, wobei der hohe Somatisierungswert am ehesten durch funktionelle Beschwerden bedingt scheint, teilweise überlagert auch durch körperliche Beschwerden mit organischer Ursache. Der Befund ist vereinbar mit den gestellten Diagnosen. Hinweise für eine Aggravation finden sich nicht.
Insgesamt handelt es sich unter Berücksichtigung der vorliegenden Fremdbefunde und der aktuellen Untersuchung um eine komplexe somatoforme Störung, die sowohl die Kriterien einer Somatisierungsstörung als auch einer hypochondrischen Störung erfüllt.
Die beklagte Sehstörungen sind bei Zustand nach Netzhautablösung rechts nicht ungewöhnlich, möglicherweise handelt es sich hier aber auch um die bei jedem Menschen vorhandenen und oft bewusst nicht wahrgenommenen „fliegenden Mücken“ im Auge, was keinen pathologischen Befund darstellt. Auch eine Nebenwirkung des eingenommenen Protonenpumpenblockers Omepazol ist nicht ausgeschlossen. Daß die berichtete Schwerhörigkeit über altersbedingte Veränderungen hinausgeht, ist anzunehmen.
Berichtete langjährige Magen- und Darmbeschwerden bestehen bereits seit Kindheit und sind im Sinne einer Disposition für funktionelle Störungen zu werten, schon vom zeitlichen Verlauf ist hier ein Zusammenhang mir einer behaupteten Schadstoffbelastung nicht wahrscheinlich. Die Vielzahl der zum Teil wechselnden Beschwerden hat einerseits zu einem deutlichen Leidensdruck geführt, der zur Inanspruchnahme verschiedener, meist kostspieliger paramedizinischer Behandlungsverfahren geführt hat. Bei grundsätzlich körperlich ausgerichtetem Krankheitskonzept, erhält der Kläger hier die Bestätigung, dass es eine organische Ursache (in diesem Fall durch Umweltbelastung) für seine Beschwerden geben müsse. Aufgrund der vorliegenden Unterlagen sind keine Befunde ersichtlich, die eine definierte Schadstoffbelastung belegen. Die behaupteten Vergiftungen wurden zum Beispiel „kinesiologisch“ diagnostiziert und u.a. mit „Reiki“ und „Bioresonanztherapie“ behandelt.
Es handelt sich dabei sämtlich um Verfahren der sogenannten Glaubensmedizin, also weder klassische naturheilkundliche Methoden, noch wissenschaftlich anerkannte Diagnose- und Therapieverfahren. Auch bei den von Herrn Dr. Keils verwendeten Diagnoseverfahren (auf deren Ergebnis sich letzlich auch Frau Dr. Faulenbach stützt) handelt es sich sämtlich um in ihrer Aussagekraft umstrittene bzw. von der allgemein wissenschaftlichen Lehrmeinung nicht anerkannte Verfahren, so dass die behaupteten resultierenden Befunde einer „zunächst stagnierenden Quecksilber-Elimanation“, einer „erhöhten Metallkorrision und Toxinbelastung“ sehr kritisch zu bewerten sind. Letzlich liegen keinerlei Befunde vor, die eine behauptete übermäßige Toxinbelastung wahrscheinlich machen. Es muß noch einmal betont werden, dass sich für die von Herrn Dr. Schwinger in seinem Gutachten behauptete chronische Enzephalopathie (Hirnschädigung) mit behaupteter Tendenz zur Progedienz- wenn man den wachen, geordneten und differenzierten Patienten persönlich untersucht- erfreulicherweise keinerlei Hinweise finden lassen. Subjektiv empfundene Konzentrations-/ Merkfähigkeitsstörungen sind im Rahmen psychovegetativer/ psychosomatischer Beschwerden (und altersbedingt) nicht ungewöhnlich, lassen sich aber gegenwärtig testpsychologisch nicht objektivieren. Herr Dr. Schwinger erstellte sein Gutachten nach Aktenlage und konnte sich dabei nur auf die subjektiv geklagten Beschwerden und die zitierten Befundberichte von Frau Dr. Faulenbach und Herrn Dr. Hörr stützen.
Herr Dr. Schwinger widmet einen Teil seines Gutachtens der Darstellung über Pentachlorphenol (PCP) und dessen mögliche Vergiftungsfolgen. Ein Bezug zur individuellen Situation des Klägers wird jedoch nicht hergestellt, speziell wird nicht berücksichtigt, daß ein erhöhter PCP-Wert im Serum nicht festgestellt werden konnte.
Führt man diese Schlußfolgerung zu Ende, würde dies bedeuten, dass selbst wenn- unter der Hypothese einer umweltbedingten Schädigung und eines möglicherweisen heilenden Effektes während einer expositionensarmen Kurmaßnahme erzielt werden könnte, nach Rückkehr an dem Wohnort seine Erkrankung doch weiter fortschreiten würde.
Auf die individuellen Gegebenheiten der Klinik in Egenhausen wird nicht eingegangen, der empfohlene Aufenthalt in schadstoffarmer, reiner Luft lässt nicht erkennen, inwieweit sich eine solche „Kur“ von einem geeigneten Urlaub unterscheiden würde.
Gerade unter Berücksichtigung der schon bestehenden Fixierung auf eine umweltbedingte Erkrankung, ist das Stellen letztlich durch nichts sicher belegter schwerer körperlicher Diagnosen mit infauster Prognose, aus ethischer und psychotherapeutischer Sicht höchst problematisch.
Seine soziale Einstellung und sein Engagement werden sicher noch mehr dadurch herausgefordert, dass auch die Ehefrau unter ähnlichen Symptomen leidet, so dass er hiermit nicht nur sich selbst, sondern auch seiner Ehefrau Gutes zu tun glaubt.
Herr Tampier erschien hier sachlich, freundlich und kooperativ, ein Mann mit tiefgehender religiöser Verwurzelung und hohem Maß sozialer Integrität, der sich sein Leben lang für die von ihm angestrebten Ziele, auch zum Wohle anderer, engagiert eingesetzt hat. Zum Teil geschah dies (unbewußt), ohne auf die eigene Gesundheit Rücksicht zu nehmen. Die zum Teil anhaltenden und erheblichen Überforderungen haben die Entwicklung von Erschöpfungssyndromen (warscheinlich auch von degenerativen Leiden des Haltungs- und Bewegungsapparates) und einer Vielzahl psychosomatischer Beschwerden begünstigt. Eine teilweise Psychogenese und ein grundsätzliches psychosomatisches Verständnis sind beim Kläger erkennbar, der Schwerpunkt des Krankheitskonzeptes liegt jedoch nach wie vor auf der Überzeugung von Vergiftungsfolgen und organischen Schädigungen. Ein grundlegendes Problem der bei ihm auch ärztlicherseits behaupteten Vergiftungsfolgen nach Schadstoffbelastung, ist die damit verbundene Perspektivlosigkeit, was bei dem Betroffenen zu erheblicher therapeutischer Resignation führen kann. Es kommt zu einer verstärkten Aufmerksamkeitszuwendung und Selbstbeobachtung, so dass physiologische Phänomene als scheinbare Abweichungen vom Normzustand wahrgenommen werden. Dies führt zu einer anhaltenden Beunruhigung, die sich als erhöhte psychovegetative Erregbarkeit bemerkbar macht, und ihrerseits zu funktionellen Störungen und Ängsten führt. Die dann auftretenden körperlichen Symptome werden wieder als Bestätigung der ursprünglichen Hypothese gewertet, so dass sich schließlich ein (iatrogen verstärkter) Teufelskreis im Sinne einer „selbsterfüllenden Prophezeiung ausbildet“.
Therapeutisch empfiehlt sich am ehesten eine ambulante psychotherapeutische Behandlung, die unter Berücksichtigung der eher geringen Introspektionsfähigkeit des Klägers, verhaltenstherapeutisch ausgerichtet sein sollte. Eine Bearbeitung wesentlicher Problembereiche, insbesondere eine Thematisierung eigener Überforderungstendenzen, könnte für den Kläger, bei dem eine grundsätzliche Motivation zur psychosomatischen / psychotherapeutischen Maßnahmen erkennbar ist, sinnvoll sein.
Die Beweisfragen des Sozialgerichtes können somit wie folgt beantwortet werden:
I.
Ad 1:Somatoforme Störung i. S. einer Somatisierungsstörung und einer hypochondrischen Störung.Anamnnestisch: Chronische Gastritis, Lactoseintoleranz, Z. n. Netzhautablösung re. Auge, V a. degenaratives WS-Leiden, Allergien mit Pollinosis.
ad 2:
Bei der vom Kläger ursprünglich angestrebten stationären Rehabilititationsmaßnahme handelt es sich, wie den Vorbefunden zu entnehmen ist, konkret um die Behandlung in der De`Ígnis-Fachklinik für christliche Psychiatrische und Psychosomatik in Egenhausen/Schwarzwald, die auch religiöse Bedürfnisse gläubiger Patienten berücksichtigt.
Von der behandelnden praktischen Ärztin, Frau Dr. Faulenbach, wurde mit Attest zum Kurantrag dagegen eine allgemeine Kur über drei bis vier Wochen empfohlen.
Unter Berücksichtigung des kürzlich für seine Frau (die unter ähnichen Beschwerden leide wie er) nach eigenen Angaben wenig erfolgreichen Aufenthaltes in der De `Ignis-Fachklinik wird aktuell vom Kläger keine gezielte psychosomatatische Klinikbehandlung mehr gewünscht, Was er sich vorstellen könne, sei eine „Umweltklinik“.
Eine vollständige Heilung der bestehenden Gesundheitsstörung ist nicht zu erwarten, da diese vermutlich multikausal bedingt sind. Zum Teil würden diese eine fachorthopädische bzw. fachinternistische Behandlung erfordern, die chronifizierte Somatoforme Störung ist durch eine ambulante Psychotherapie zu lindern, unter Berücksichtigung der vorliegenden Fixierungen aber vermutlich nicht vollständig zu beseitigen.
Selbst wenn man von einer Annahme einer umweltbedingten Schädigung ausginge (was wie gesagt, durch die vorliegenden Befund in keiner Weise belegt wird), müsste man logischerweise der Aussage von Herrn Dr. Wackerbauer zustimmen, dass erstens eine nachhaltige günstige therapeutische Beeinflussung nicht möglich wäre (davon geht Herr Dr. Schwinger aus) und zweitens Kliniken zur gezielten und nachweislichen Besserung der vorliegenden Krankheitssymptome (d.h.“Umweltkliniken“, wie der Kläger sich vorstellt nicht vorhanden sind. Herr Dr. Schwinger beurteilte eine chronisch-toxische Enzephalopathie mit Chemikalienintoleranz die progredient verlaufe.
Diese Diagnose kann (wie auch eine Vielzahl weiterer im Gutachten behauptete Erkrankungen) aufgrund der vorliegenden Fremd-und Untersuchungsbefunde nicht nachvollzogen werden. Aus psychiaterischer Sicht ergeben sich keinerlei Anhaltspunkte für eine Enzephalopathie (Hirnschädigung). Aus dem PET-Befund lässt sich lege artis eine solche auch nicht ableiten. Auch lassen die vorliegenden Befunde Schäden als Folge chronischer Intoxikation nicht wahrscheinlich erscheinen.
Die aktuellen Untersuchungsbefunde und bei kritischer Durchsicht auch die vorliegenden Akten, sprechen dagegen eindeutig für eine erheblich durch psychische- und Verhaltensfaktoren bedingte und verstärkte langjährige chronifizierte Störung. Als Hauptdiagnose ist eine somatoforme Störung festzustellen, die sich durch vielfältige körperliche (oft Bagatell-) Beschwerden, z.T. panikartige Ängste, zeitweise depressive Verstimmungen und eine ausgeprägte Fixierung auf die körperlichen Symptome (mit stark ängstlich gefärbter Selbstbeobachtung und eigenwilligen, letztendlich nicht bewiesenen Erklärungsmodellen) äußert.
Hinzu kommen Beschwerden seitens eines degenerativen Wirbelsäulenleidens, einer chronischen Gastritis mit Lactoseintoleranz, als Folge einer durchgemachten Netzhautablösung, sowie bekannter Allergien.
ad 5:
Die geklagten Beschwerden sind glaubhaft.
ad 6:
Da auch hinsichtlich der geklagten internistischen und orthopädischen sehr wahrscheinlich eine ambulante Behandlung ausreichend ist, erscheint eine Zusatzbegutachtung im Moment nicht erforderlich.
Bonn, den 12.11.2000
Dr. med. Axel Miretzky
Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie
Soweit der Auszug aus dem med. Gatachten von Herrn Dr. Axel Miretzky
Kurz gefasst, ich bin ein Mensch mit mittlerer Intelligenz, ein psychosomatischer Hypochonder.
Dazu passt der Ausspruch von Gallileo Gallilei:
Wer die Wahrheit nicht erkennt, ist nur ein Dummkopf. Wer die Wahrheit eine Lüge nennt, ist ein Verbrecher.
Wird fortgesetzt!
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